Berlin ist groß, Berlin ist weit. Ja, man kann sich flugs verlaufen in dieser großen Stadt, auch nach jahrelangem Großstadtleben. Vor allem, wenn man am Wochenende nicht mehr ganz nüchtern des Nachts die Stadt bereist. Da kommt ein bisschen Orientierungshilfe gerade recht: Die Onlineplattform Wimdu hat einen U-Bahn- und S-Bahnplan als Clubkarte gebastelt.

In detailfreudiger Kleinarbeit gab man sich reichlich Mühe, die besten und populärsten Clubs der Stadt an den Bahnlinien entlang aufzureihen - sogar nach Musikrichtungen kategorisiert und in Farben unterteilt. Sehr nützlich! Poppig bunte Farbwelten im Auge sind in der nächtlichen Clublandschaft ohnehin viel populärer als etwa spröde Zeichen- und Ziffernfolgen. Lesen? Nachts und hackedicht? Viel zu kompliziert.

Der Plan hinter dem Plan

Hauptberuflich vermittelt man bei Wimdu übrigens Ferienwohnungen. Die Karte ist also vor allem berlinunkundigen Touristen und Neuankömmlingen hilfreich. Das gibt man auf der Wimdu-Website auch frank und frei zu und verknüpft die Karte zur Feierreiserei auch gleich mit einer Buchungsempfehlung fürs Partywochenende: "Wer noch auf der Suche nach einem Apartment für das Wochenende in Berlin ist, kann sich die große Auswahl an Unterkünften auf Wimdu anschauen", heißt es hier.

Aber gut. Eben weil Wochenende ist, wollen wir den Nebenaspekt der Eigen-PR gnädig übersehen. Nicht jedoch, dass die Karte fehlerhaft ist: Das "O Tannenbaum" an der Sonnenallee ist seit kurzem geschlossen, wurde aber pünktlich zu Weihnachten wiederbelebt. Wenn auch nur für diese Karte. Der "Tape Club" am Hamburger Bahnhof hat auch schon 2012 (!) dichtgemacht. Ach, ständig stirbt ein Club, ein anderer macht neu auf. Wer blickt da noch durch?

Der tatsächliche Wimdu-Plan ist natürlich ein ganz anderer: Diese Karte ist ein Trick! Die berlingestählte Partycrowd bleibt so unter sich, während Easy-Jet-Importierte in gemütlichen Bahnwaggons von einem Clubfriedhof zum anderen durch die Stadt irren, anstatt sich draußen bei Saukälte in urlangen Warteschlangen die Hacken abzufrieren. Und irgendwann gefrustet ins kuschelige Bettchen daheim im Wimdu-Appartement fallen. So haben auch wirklich alle etwas davon. Clever!