Noch ist es warm, doch die Deutsche Bahn (DB) probt schon mal den Winter. Mit Testläufen simuliert sie Alltagseinsätze, bei denen Bahnsteige von Eis und Schnee befreit werden. „Am Donnerstag gab es eine Winterdienstübung auf 26 Stationen. Auf vier lief es nicht so gut“, sagte Bernd Bensing von DB Services Nordost am Montag. Dafür wurde ein Problem rasch bewältigt: „Ein Dienstleister wurde bei der Fahrt zum Einsatz in einen Unfall verwickelt. Dafür gibt es Notfallteams, die aktiviert werden können. Das klappte in diesem Fall sehr gut.“

Die Botschaft der Bahn lautete: Wir sind auf den Winter vorbereitet. Es ist ein zwiespältiges Verhältnis, sagte der Qualitätsbeauftragte Lutz-Steffen Hering. „Zum einen steigt die Fahrgastzahl, wenn es kalt wird. Zum anderen ist der Betrieb schwieriger.“ Darunter mussten auch die Fahrgäste der S-Bahn schon oft leiden. Doch das Unternehmen habe aus den Problemen gelernt, hieß es.

600 bis 900 Menschen fegen Bahnsteige

So hat DB Services auch in Berlin 2012 eine Winterdienstzentrale eingerichtet. Spitzname: „kaltes Herz“. Seit dem 1. November sitzen in dem Raum, der sich im Bahngebäude am Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz in Mitte befindet, zwei Mitarbeiter. „Noch sind sie damit beschäftigt, Daten zu aktualisieren“, so Tobias Schneider, der Chef.

Wenn es kälter wird, steigt die Zahl der Mitarbeiter auf bis zu sieben. Pro Tag koordinieren sie bis zu tausend Winterdiensteinsätze in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

600 bis 900 Menschen fegen Bahnsteige. 70 Prozent der Aufträge werden an andere Firmen vergeben, im Nordosten an Lucia, Allrein, Veolia und W & W. Oft beschäftigen sie ihrerseits Subunternehmer. Kritiker sagen, dass dies und die magere Bezahlung zu Qualitätsproblemen führen können.

„Wir kontrollieren 20 Prozent der Einsätze“, entgegnete Schneider. Zudem müsse jeder Dienstleister mit überlassenen GPS-Handys nachweisen, dass er wirklich auf dem zugewiesenen Bahnhof war. Früher haben manche eine SMS von zu Hause geschickt.