Berlin - Bahnhof Friedrichstraße, kurz nach 9 Uhr. „Zug fällt aus“, steht auf der Anzeige der S-Bahn in Richtung Ostbahnhof. Es ist Berufsverkehr, in nur wenigen Minuten ist es brechend voll auf dem Bahnsteig. Das erlebten am Dienstagmorgen wieder einmal viele Fahrgäste. Über Nacht waren bescheidene zehn Zentimeter Neuschnee gefallen – schon gab es wieder Zugausfälle und erhebliche Verspätungen im gesamten Berliner S-Bahnnetz. Das sollte sich bis zum frühen Abend auch nicht mehr ändern.

Am Morgen war wegen einer Weichenstörung in Ostkreuz der Verkehr zwischen Lichtenberg und Ostbahnhof etwa zwei Stunden lang unterbrochen. Betroffen waren die Linien S5, S7 und S75. Auch bei der S3, S9 und S25 gab es Zugausfälle. Zudem verkehrte die S47 nur zwischen Spindlersfeld und Hermannstraße. Ein Sprecher der S-Bahn sprach von „einzelnen Zugausfällen“ im gesamten Netz. Störungen gab es aber bis in den Nachmittag.

Die Reserven im Fahrzeugpark seien noch immer knapp, sagte der Sprecher zur Begründung. Ausgefallene Züge – zum Beispiel wegen frostbedingt defekter Türen – könnten oft nicht ohne Weiteres ersetzt werden. Und manchmal seien auch Fahrgäste schuld an den Türschäden, wenn sie etwa in letzter Sekunde noch einen Zug erwischen wollen und mit Gewalt die Tür aufhielten. Dennoch räumte der Sprecher ein: „Wir sind noch nicht durch mit den Problemen bei der S-Bahn.“

Drei Tote auf der A 13

Während es auf Berlins Straßen nur leicht erhöhte Unfallzahlen gab, forderte das Winterwetter in Brandenburg drei Todesopfer. Bei einem Verkehrsunfall auf der A13 zwischen Duben und Freiwalde war im morgendlichen Berufsverkehr der 28-jährige Fahrer eines Peugeot ungebremst in ein Stauende gerast. Der Kleinwagen fuhr auf einen Lastwagenanhänger auf und wurde durch die Wucht daruntergeschoben. Der Fahrer und seine zwei Beifahrer wurden zerquetscht. Wie die Polizei mitteilte, erlagen alle noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen. Die A13 war Richtung Berlin bis zum frühen Nachmittag gesperrt.

Insgesamt gab es in Brandenburg knapp 50 weitere witterungsbedingte Unfälle. So stellte sich gegen 3 Uhr morgens ein mit Holz beladener russischer Lastwagen auf der A10 bei Königs Wusterhausen quer zur Fahrbahn. Die Autobahn wurde voll gesperrt. Landesweit sprach die Polizei von mindestens vierzehn Verletzten.

Vermutlich ebenfalls aufs Wetter zurückzuführen war am Montagabend ein Stromausfall in Charlottenburg. Ab 18.10 Uhr gingen rund um den Olivaer Platz in mehreren Straßen die Lichter aus. Wie ein Vattenfall-Sprecher mitteilte, waren 1 150 Haushalte betroffen. Nach knapp vierzig Minuten sei das Problem behoben gewesen. „Es war ein Kabelfehler, wohl ein Kurzschluss.“ Der Frost habe möglicherweise das unterirdische Kabel brechen lassen.

Bis zum Wochenende bleibt es kalt bei bis zu minus 10 Grad Celsius in den Nächten. Trotz des starken Frosts warnt die Polizei eindringlich davor, die zugefrorenen Gewässer zu betreten. Das Eis sei nicht tragfähig.

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