BerlinDas Telefon hat keine Chance, lange zu klingeln. Peter Sachse nimmt sofort ab. Es ist ein sonniger Novembernachmittag, viel zu schön für schlechte Nachrichten. Im Park vor dem Unfallkrankenhaus Berlin gehen Patienten spazieren oder sie sitzen im Rollstuhl und rauchen. Wenn bei Sachse das Handy läutet, bedeutet das meist nichts Gutes. Er kennt die Nummer auf dem Display. Die Rettungsstelle. Er weiß, der Anruf ist wichtig. Überlebenswichtig. Nach kurzer Zeit legt Sachse auf. „Ich gehe“, sagt er entschlossen zu Hildegard Stumm, die neben ihm steht. Weiterer Worte bedarf es nicht. Sie weiß, wovon er spricht.

Ein schwer kranker Patient wurde eingeliefert, für den es nicht gut aussieht. Sachse, 59 Jahre alt, wird gebraucht. Seit elf Jahren ist er evangelischer Seelsorger in dem Krankenhaus im Osten Berlins. Er arbeitet dabei eng mit Hildegard Stumm zusammen, seiner katholischen Mitstreiterin, und einem dritten Kollegen, der noch ganz neu ist. Es vergeht kein Tag, an dem sie nicht gerufen werden. Zu schwer verletzten Patienten, die nicht wissen, wie sie nach einem Unfall weiterleben sollen, zu Müttern und Vätern, die ihr Kind verloren haben, zu Frauen und Männern, die nun ohne ihren Partner weiterleben müssen.

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