Die DGB-Demo am 1. Mai, die Feierstunde in der Alice-Salomon-Hochschule in Hellersdorf: Franziska Giffey wird derzeit bei Veranstaltungen entweder angegriffen oder angeschrien. Immer wieder schlägt ihr Kritik am Enteignungskurs entgegen. Am Freitagnachmittag will Berlins Regierende Bürgermeisterin auf dem Israel-Tag reden. Droht dort der nächste Ärger?

Der Termin auf dem Wittenbergplatz in der City West steht seit Monaten fest. Nach zwei Jahren Corona sei man froh, endlich wieder zusammenkommen zu können, sagt Kathrin Koelle von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, die das Fest organisiert. Anlass ist die Verlesung der israelischen Unabhängigkeitserklärung durch den späteren Ministerpräsidenten David Ben-Gurion am 14. Mai 1948. Rund um dieses Datum wird in zahlreichen deutschen Städten der Israel-Tag begangen.

Israel-Tag: Friedliche Veranstaltung findet in einem Reizklima statt

Am Freitag „wollen wir einer breiten Öffentlichkeit Israel in seiner Vielfalt präsentieren“, berichtet Veranstalterin Koelle. Dazu wollen mehrere pro-israelische Organisationen ihre Arbeit vorstellen, darunter der deutsch-jüdische Theaterverein und die Jüdische Volkshochschule. Insgesamt gehe es darum, „die Einzigartigkeit der deutsch-israelischen Beziehungen zu unterstreichen“, so Koelle.

Doch was so friedlich klingt, trifft in Berlin seit einiger Zeit auf ein Reizklima – zuletzt gab es etwa eine Pro-Palästina-Demonstration in Neukölln mit antisemitischen Parolen. „Drecksjude“ wurde dort skandiert, Medienvertreter mussten von der Polizei geschützt werden. Ähnliches war bei der jüngsten „Revolutionären 1.-Mai-Demonstration“ zu hören. Das Thema Antisemitismus beschäftigt die Stadt.

Das Fest soll öffentlich bleiben

Was kann das nun für den Israel-Tag bedeuten? Müssen die Sicherheitsvorkehrungen erhöht werden? Wird es sogar erstmals Personenkontrollen geben, um auf ein abgesichertes Veranstaltungsareal zu gelangen?

Kathrin Koelle verneint all dies. „Wir haben durchaus Respekt vor der Gesamtlage in der Stadt“, sagt sie im Gespräch mit der Berliner Zeitung. „Aber es ist und bleibt eine öffentlich zugängliche Veranstaltung, das ist der Reiz“, sagt sie. „Aber wir sind gut abgesichert. Wir haben Experten, die sich um die Sicherheit kümmern. Sie beobachten, wer sich unter die Gäste mischt.“ Denn: „Provokationen wollen wir natürlich nicht.“

Grundsätzlich zeigt sie sich aber optimistisch. „Es ist in den Jahren nie etwas Großes vorgekommen. Wir hatten mal einzelne Störer – mehr nicht.“

Neben Franziska Giffey sind als Redner ein Vertreter der israelischen Botschaft sowie die Vize-Präsidentin des brandenburgischen Landtags, Barbara Richstein, vorgesehen.