Es gab mal eine Zeit, in der Holland als der Maßstab für Fortschritt galt. Ich erinnere mich gut an diese Zeit, denn ich bin in Friesland, im deutsch-niederländischen Grenzgebiet, aufgewachsen, als Deutsche diesseits der Grenze nicht schlecht staunten, wie Holländer jenseits der Ems etwa gleichgeschlechtliche Ehen schließen oder sich einen Joint anstecken durften. In den Köpfen vieler Deutscher etablierte sich seit den Achtzigern, spätestens aber zu Anfang der Nullerjahre, das Narrativ von Holland als eine Art Mekka für Freigeister, Progressive und all diejenigen, die sich ihrer Zeit ein bisschen voraus wähnten, mit Amsterdam und dessen Rotlichtviertel De Wallen als seinem Epizentrum, in dem Party, Prostitution und der Konsum bunter Pillen selbstverständlich geduldet werden. Ein Image, das Holländer übrigens bis heute nur allzu gern pflegen, bedeutet es doch steigende Tourismuszahlen und damit auch eine lukrative Einkommensquelle.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.