Die Sommerferien sind dann, wenn die Kinder glücklich durch den Garten laufen und sich mit Wasser besprenkeln, laut lachen und später mit ein paar Melonen auf der Picknickdecke sitzen. NICHT.

Als arbeitende Mutter, als arbeitender Vater, bedeuten die Sommerferien heutzutage vor allem eins: eine logistische Herausforderung – die für manche Familien zum Albtraum wird. Wie schade!

Von Ferienfreizeit zu Oma

Was haben wir in unserer Kindheit die Sommerferien genossen. Sechs Wochen waren fast ein ganzes Leben. Es gab so viel zu entdecken, so viel zu tun, irgendwann Langeweile – „was sooo lang noch, bis die Schule wieder anfängt? Laaangweilig“. Diese Langeweile haben viele Kinder heute nicht mehr. Sie werden von Ferienfreizeit zu Oma zu Schul-Ferien-Betreuung geschickt – weil Mama und Papa arbeiten müssen. Ja, müssen. Denn ein Gehalt reicht heute oft nicht mehr für eine ganze Familie.

Sechs Wochen können da schon mal lang werden! Vor allem für Eltern, deren Kinder nicht in den Hort oder ins Feriencamp wollen, sondern auch mal „frei haben“ wollen. Die Kinder wünschen sich Zeit mit Mama und Papa. Und die sich Zeit mit ihnen. Eltern und Kinder – alle brauchen diese gemeinsame Zeit und dafür sollen die Ferien ja auch da sein!

Am Ende wurschteln sich die meisten Eltern mit einer Kombination aus verschiedenen Dingen durch. Denn wer nicht selbst Lehrer ist, hat nicht die Zeit, die Schulferien durchgehend mit den Kindern im Garten oder gar im Urlaub zu verbringen. Was also tun? Es gibt verschiedene – günstige und teure – Möglichkeiten, die Zeit der Ferien zu überbrücken.

Acht Möglichkeiten, Kinder in den Sommerferien zu betreuen: 

Sich mit Freunden organisieren

In Deutschland geht es allen Eltern von schulpflichtigen Kindern so, dass sie sechs Wochen schulfreie Zeit überbrücken müssen. Es bietet sich also an, sich mit Nachbarn und Bekannten abzusprechen, wer wann Zeit hätte, die Kinder zusammen zu betreuen. So können sie im Garten spielen, während ein Elternteil aufpasst. Das andere ist dann in der nächsten Woche dran. Eine günstige Form der Ferienbetreuung.  

Die Großeltern

Glück haben alle jene Eltern, deren eigene Eltern noch fit sind, in der Nähe wohnen – und nicht mehr selbst Vollzeit arbeiten. Aber auch bei weiter entfernt wohnenden Großeltern kann es die Möglichkeit geben, die Kinder entweder dort Ferien machen zu lassen oder mitzufahren und von dort aus im Home Office zu arbeiten.

Home Office

Für Arbeitnehmer, die auch die Möglichkeit haben, im Home Office zu arbeiten, gestaltet sich die Sommerferien-Planung etwas leichter und flexibler. Allerdings ist es auch nicht immer spaßig, wenn die Kinder während der wichtigen Telefonkonferenz „Kacka aaaabputzen“ rufen. Zudem ist die Möglichkeit von Home Office noch sehr rar in Deutschland. Das wird aber in den kommenden Jahren hoffentlich noch ausgebaut werden.

Feriencamps

Ganze Messen finden zum Thema statt. Ferien- und Freizeitangebote für Kinder reichen von der Zirkuswoche über den Trommel-Workshop bis hin zu Wald-Olympiaden. Genauso stark wie die Angebote variieren dabei die Preise. Wer schnell ist, findet aber auch noch günstige Möglichkeiten, sein Kind für eine Woche bei einem tollen Angebot anzumelden.  

Die Eltern nehmen abwechselnd Urlaub

Es gibt tatsächlich Eltern, die nie zusammen Urlaub machen! Drei Wochen nimmt die Mama die Kinder. Danach drei Wochen der Papa. Weil es sonst mit der Arbeit nicht hinhaut. Wie diese Eltern ihre Beziehung gestalten, bleibt ein Geheimnis. Aber vermutlich haben sie nicht einmal Zeit für Streit. Eine Dauerlösung sollte das aber eher nicht sein.

Unbezahlten Urlaub nehmen

Wenn der Arbeitgeber kulant ist, kann auch der unbezahlte Urlaub eine Möglichkeit sein, die Ferienzeit zu überbrücken. Denn wer wirklich mal nachrechnet, wird feststellen, dass vier Wochen Ferienprogramme oft mehr kosten, als man in einem Monat verdient. Dann doch lieber zu Hause bei den Kindern bleiben und mit ihnen entspannt die Ferien genießen.

Ferienfahrten

Es gibt wunderbare Ferienfahrten für Kinder, die eine oder zwei Wochen lang gehen. Einige Kinder lieben diese Freizeiten und sie lassen für die Eltern Zeit, auch mal Überstunden anzusammeln, um nach der Wiederkehr mehr Ferienzeit für die Kinder zu haben. Wer allerdings Kinder mit Heimweh hat, muss auf diese Angebote verzichten.

Hort

Ein Hort oder die Ganztagsbetreuung der Schule bietet oft zumindest für einige Wochen der Ferien ein Programm für die Kinder an, das nicht extra kostet. Allerdings muss das Kind dafür ganzjährig angemeldet sein. Und es ist zu bedenken: Der Weg dorthin ist derselbe wie zur Schule. Da sagen viele Kinder: Nee, in den Ferien will ich Ferien haben – und nicht zur Schule. Auch nicht, wenn da kein Unterricht stattfindet. Irgendwie ja auch verständlich.