Wohnen in Berlin: 5000 neue Wohnungen für Studenten

Senat und Studentenwerk wollen die Zahl der Studentenwohnungen in Berlin massiv erhöhen. Bisher ist die Hauptstadt, trotz beginnender Wohnungsnot, unterdurchschnittlich ausgestattet: Die rund 9500 Wohnungen reichen gerade einmal für 6,5 Prozent der Studierenden, bundesweit liegt die Versorgungsquote bei elf Prozent. Beinahe tausend Anfragende stehen derzeit auf der Warteliste.

Am Mittwoch verabredeten der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und die Chefin des Studentenwerks, Petra Mai-Hartung, „in den kommenden Jahren zusätzliche Kapazitäten in Hochschulnähe“ zu schaffen. Bis zu 5000 Wohnungen sollen gebaut werden, hieß es.

Damit läge Berlin immerhin auf deutschem Durchschnittsniveau. Damit der Bau der Wohnungen kostengünstig möglich ist, will das Land dem Studentenwerk Baugrundstücke kostenlos zur Verfügung stellen, ähnlich wie das für landeseigene Wohnungsbaugesellschaften geplant ist, um bezahlbaren Wohnraum zu fördern. Berlin sei eine wachsende Stadt, sagte Wowereit nach dem Treffen. „Wir freuen uns über die große Zahl junger Menschen, die hier ihr Studium aufnehmen.“

Doch damit werde die Konkurrenz, bezahlbaren Wohnraum auf dem privaten Markt zu bekommen, immer härter. Er habe Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) daher gebeten, gemeinsam mit dem Liegenschaftsfonds geeignete Grundstücke anzubieten.

Kritik von der Linkspartei

Die genauen Standorte sind demnach noch unklar. Petra Mai-Hartung vom Studentenwerk begrüßte die „dringend notwendigen Impulse“. In modernen Studentenwohnheimen seien sowohl Einzelzimmer als auch Wohngemeinschaften möglich. Sie seien damit eine echte Alternative zum freien Wohnungsmarkt.

Auch Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) betonte die Dringlichkeit, neuen Wohnraum für Studierende zu schaffen. Dies sichere unter anderem die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Berlin. „Gerade im internationalen Wettbewerb ist günstiger Wohnraum ein wichtiger Standortvorteil für unsere Berliner Wissenschaft“, sagte Scheeres. SPD-Landeschef Jan Stöß erklärte, die Neubau-Pläne seien auch ein Erfolg der neuen Liegenschaftspolitik des Berliner Senats, die weniger auf hohe Einnahmen denn auf eine stadtpolitische Rendite abzielt.

Von der Linkspartei in Pankow kam allerdings scharfer Einspruch: Der Verordnete Michail Nelken kritisierte, dass die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gesobau ein für Studentenwohnungen gut geeignetes, entmietetes Gebäude am Schlosspark abreißen wolle, weil die Sanierung unwirtschaftlich sei. „Einen Umbau zu einem Studentenwohnhaus mit einfachem Standard will man offenbar nicht in Betracht ziehen“, sagte Nelken. Den Grund vermutet er in der „exquisiten Lage“, die einen teuren Neubau lukrativer mache.