Die Mieten in Berliner Wohnungen werden permanent erhöht. Und doch bewegen sich diese Steigerungen oft gerade einmal auf Inflationsniveau. Das heißt, die Mieten entwickeln sich ähnlich wie alle anderen Preise. Das ist die Grundaussage des Marktmonitors 2014, den der Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU) am Mittwoch vorgestellt hat. Zu dem Verband gehören 360 öffentliche, genossenschaftliche aber auch private oder kirchliche Wohnungsunternehmen. Sie vermieten etwa 700 000 Wohnungen in Berlin, das sind etwa 40 Prozent des Gesamtbestandes. In Brandenburg sind es bei 400 000 Wohnungen rund 50 Prozent. Die meisten großen Wohnungsbaugesellschaften wie etwa die Degewo sind Mitglied im BBU.

Ergebnis der Marktuntersuchung: 5,30 Euro pro Quadratmeter beträgt demnach in Berliner Wohnungen der BBU-Unternehmen die durchschnittliche monatliche Nettokaltmiete im Bestand, das heißt: bei laufenden Mietverträgen. Das ist ein Zuwachs um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Etwas mehr, nämlich 5,34 Euro, kosten diese Wohnungen in Potsdam.

Bei Abschluss eines neuen Mietvertrags bei BBU-Unternehmen werden in Berlin durchschnittlich monatlich 5,97 Euro nettokalt pro Quadratmeter verlangt (ein Plus von 2,1 Prozent). In Brandenburgs Landeshauptstadt werden in solchen Fällen 6,13 Euro fällig.

Aufgeschlüsselt auf Berlins Bezirke ergeben sich die aus vielen ähnlichen Untersuchungen bekannten Ranglisten. Generell wohnt es sich in Marzahn-Hellersdorf, Spandau (bekanntlich außer Gatow und Kladow), sowie Teilen von Reinickendorf (vor allem der Süden) und Neukölln am günstigsten. Am teuersten sind Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte (siehe Karte).

Höhere Zahlen wurden bei einem Vergleich zu Hamburg, München und Köln ermittelt. Dafür wurden einschlägige Immobilienportale für die Jahre 2009 bis 2013 ausgewertet. Gesucht wurde nach annoncierten Preisen für freie Wohnungen – auch von Eigentümern, die nicht dem BBU angehören. Demnach wurden in Potsdam 8,17 Euro fällig, in Berlin waren es 8,52 Euro, in Köln 9,52 Euro, in Hamburg 10,42 Euro und in München 13,34 Euro. Enorm ist die Steigerung in Berlin (plus 39 Prozent). Ähnliche Werte (+ 34 Prozent) wurden auch bei Erstbezugsmieten in Neubauten erzielt. Diese kosten in Berlin immerhin 11,46 Euro.

Für BBU-Vorstand Maren Kern zeigen die Zahlen insgesamt, dass sich die Berliner Mieten „trotz des anhaltenden Booms moderat entwickeln“. Jetzt müsse jedoch dringend mehr gebaut werden. Denn ein größeres Angebot führe auch zu mehr günstigen, neuen Wohnungen. Wichtiges Steuerungsinstrument sei das Mietenbündnis aus Senat und Wohnungsbaugesellschaften. Bausenator Michael Müller (SPD) unterzeichnete die Vereinbarung für soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten am Mittwoch – einen Tag, bevor er zum Regierenden Bürgermeister gewählt werden soll.