Für das Taschengeld der Kinder bleibt oft nichts mehr übrig. „Wir sind knapp“, sagt Ahmet T. aus Kreuzberg. Der 61-Jährige lebt mit seinen Eltern, seiner Frau und zwei Kindern in einer 105 Quadratmeter großen Sozialwohnung am Kottbusser Tor. 2 600 Euro Einkommen hat die Familie im Monat, davon geht fast die Hälfte für die Miete drauf, sagt er.

Ahmet T. ist kein Einzelfall. Sozialwohnungen in Berlin sind teuer. Wie aus einer aktuellen Untersuchung der Investitionsbank Berlin (IBB) hervorgeht, lagen die Kaltmieten im sozialen Wohnungsbau im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 5,91 Euro je Quadratmeter deutlich über den Mieten des freien Marktes von 5,54 Euro laut Mietspiegel 2013.

Die Sozialmieten würden sogar noch höher liegen, wenn die Vermieter den Mietern den Betrag in Rechnung stellen würden, der rechtlich zulässig ist. Doch das tun sie oftmals nicht. „Um die Mieter in den Wohnungen zu halten, nehmen viele Vermieter schon heute nicht die im sozialen Wohnungsbau mögliche Kostenmiete“, sagt David Eberhart, Sprecher des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU).

Dass die Mieten im sozialen Wohnungsbau so hoch sind, liegt an der Art der Förderung. Unabhängig von der Marktentwicklung verringert sich die Förderung für die Sozialwohnungen jährlich um rund 13 Cent je Quadratmeter. Diesen Betrag können die Vermieter auf die Miete draufschlagen.

Förderung eingestellt

Insgesamt gibt es mit Stand 2014 rund 135 000 Sozialmietwohnungen in Berlin. Für die Mieter von rund 28 000 Wohnungen ist es besonders hart. Für sie gibt es nach 15 Jahren keine Anschlussförderung für weitere 15 Jahre, wie sonst üblich. Die Vermieter dürfen deswegen die volle Kostenmiete verlangen, also die Miete ohne Förderung.

Die liegt laut IBB-Bericht im Schnitt bei 13,11 Euro je Quadratmeter. Nur in wenigen Fällen verlangen die Vermieter jedoch die Kostenmiete, weil sonst die Mieter ausziehen würden. Das Problem der Sozialmieter ist, dass sie ihre Wohnungen nicht so leicht wechseln können wir andere. Denn ihre Einkommen sind begrenzt.

+++ Lesen Sie im nächsten Abschnitt, wie die SPD gegen die hohen Mieten der Sozialwohnungen aktiv werden möchte +++