Wohnraum in Berlin: Bausenator Geisel will hoch hinaus

Ausgebaute Dachgeschosse und Hochhäuser mit Büros: In Berlin muss aus Sicht von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) deutlich dichter und höher gebaut werden. Nur so könne der Bevölkerungszuwachs bewältigt werden, ohne allzu viele Grünflächen zu verlieren, sagte Geisel.

„Wenn wir so viele Einwohner hinzugewinnen und so viele Wohnungen bauen müssen, dürfen wir nicht zu viel Fläche verbrauchen“, betonte der Senator. Die großen Grünflächen trügen viel zur Qualität der Hauptstadt bei. „Wenn wir diese Qualität bewahren wollen, müssen wir dort, wo wir bauen, dichter und höher bauen als bisher.“

"Dichte und Qualität schließen sich nicht aus"

Geisel geht davon aus, dass sich an der Wohnqualität dadurch nicht viel ändert. So dürften die Stadtteile Schöneberg, Kreuzberg oder Friedrichshain nach heutigen Verordnungen überhaupt nicht mehr entstehen. Und trotzdem seien das die begehrtesten Wohngebiete der Stadt. „Daraus leite ich ab, dass städtebauliche Dichte und Qualität sich nicht ausschließen.“

Um Flächen sinnvoll zu nutzen, müssten auch deutlich mehr Dachgeschosse ausgebaut werden, forderte Geisel. Derzeit würden lediglich sieben Prozent der Dachgeschosse in Berlin zum Wohnen genutzt. „Da steckt ein Potenzial von 50.000 Wohnungen drin“, sagte der Senator. Die seien zwar meist teuer. „Aber in Berlin wohnen auch nicht nur arme Menschen.“ Zugleich werde, wenn ein Dachgeschoss bezogen werde, oft auch eine günstigere Wohnung beispielsweise im zweiten Stock frei. Finanziell fördern will Berlin den Ausbau von Dachgeschossen aber nicht.

Büroflächen benötigt

Auch Hochhäuser hält Geisel für nötig - nicht nur am Alexanderplatz. Die lösten zwar nicht das Wohnungsproblem und „das Penthouse für den Millionär zu schaffen“ sei nicht sein politischer Schwerpunkt. Aber Berlin brauche auch mehr Büroflächen, weil die Stadt wirtschaftlich wachse.

Auch Stararchitekt Daniel Libeskind hatte kürzlich mehr Hochhäuser gefordert. Die Stadt müsse damit aufhören, „Gebäude nur noch horizontal zu bauen“. „Es müssen ja nicht gleich 200-Meter-Türme sein, aber insgesamt muss höher gebaut werden“, sagte Libeskind der „Berliner Morgenpost“. (dpa)