Berlin - Die Hängepartie hat ein Ende. Nach drei Jahren Pause hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Arbeiten am Bebauungsplan für den 150 Meter hohen Wohn-Turm des US-Investors Hines am Alexanderplatz wieder aufgenommen. Das bestätigte der Sprecher der Stadtentwicklungsverwaltung Martin Pallgen am Freitag der Berliner Zeitung. Damit rückt ein Baubeginn für das Projekt näher.

Die Arbeiten am Bebauungsplan waren im August 2013 unterbrochen worden. Grund dafür war die Sorge der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), dass im Falle einer Havarie auf der Baustelle der Betrieb der U-Bahn-Linie 5 gefährdet werden könnte. Der Tunnel der U 5 verläuft in unmittelbarer Nähe des Baugrundstücks.

Außerdem befinden sich der U-Bahnhof Alexanderplatz und zwei weitere U-Bahn-Linien in der Nähe. Die BVG verlangte vom Investor, dass dieser Vorsorge gegen einen Grundwassereinbruch in die Röhren trifft. Nun sind die Verhandlungen entscheidend vorangekommen. „Wir haben uns in den Gesprächen im Grunde geeinigt“, erklärte Hines-Geschäftsführer Christoph Reschke.

Schotts sollen BVG-Anlagen schützen

Der Umfang der Maßnahmen befinde sich in der Abstimmung. „Als eine von mehreren Maßnahmen gehört dazu auch der vorbeugende Einbau von Schotts, um im unwahrscheinlichen Havariefall den Wassereinbruch lokal zu begrenzen und damit die Anlagen der BVG zu schützen“, sagte Reschke. Hines übernehme die Kosten.

Zum Zeit- und Kostenplan für das Hochhaus teilte er nichts mit. Es würden jedoch die Pläne verfolgt, die im Januar 2014 präsentiert wurden, so Reschke. Danach sollen nach einem Entwurf des US-Star-Architekten Frank O. Gehry rund 300 Eigentumswohnungen und ein Hotel entstehen. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich nicht verschlechtert“, sagte er.

Sogar vier Wohntürme sind möglich

Er halte es mittlerweile für möglich, dass am Alex nicht nur zwei Wohntürme, sondern drei oder vier errichtet werden könnten. „Das Interesse an Wohn-Hochhäusern ist inzwischen deutlich gewachsen“, sagte Reschke. „Wir haben bereits eine hohe Nachfrage von Kaufinteressenten.“ Ein zweiter Wohnturm am Alex wird bereits geplant – vom russischen Investor Monarch.