Berlin - Mit einem Hochhaus-Entwicklungsplan will der Senat Ordnung in die Hochhausplanung Berlins bringen – doch bis er vorliegt, werden noch einige neue Türme errichtet. So in Treptow. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Treptow-Köpenick hat jetzt beschlossen, dass in der Fanny-Zobel-Straße am Spreeufer zwei 110 und 99 Meter hohe Wohntürme sowie ein 64 Meter hohes Apartmenthotel errichtet werden dürfen – in direkter Nachbarschaft des 125 Meter hohen Treptowers an der Elsenbrücke.

Die drei neuen Gebäude sollen nach Plänen des Architekturbüros Pysall entstehen, das mit seinem Entwurf 2012 einen internationalen Wettbewerb gewonnen hat. Realisiert wird das Projekt von dem Unternehmen Agromex, das Niederlassungen in Berlin und Leipzig unterhält. Wie hoch das Investitionsvolumen ist, will der Investor nicht sagen. Klar ist aber, dass in dem Hotel 154 Apartments entstehen. In den Wohntürmen sind 208 Eigentumswohnungen geplant. 2018 soll der Bau beginnen, 2021 fertig sein.

Protest gegen den Bau der Hochhäuser

Gegen das Projekt hatten Bürger protestiert. Sie befürchten unter anderem eine Verschattung durch die Türme und steigende Mieten in der Nachbarschaft. Weil seit 1994 Baurecht für Türme auf dem Areal besteht, genehmigte die BVV jedoch die Planung von Agromex. Die Grünen stimmten dagegen. Antje Kapek, Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus, sagte, dort, wo es noch möglich sei, müsste das Land gegebenenfalls zu einer Neubewertung von Hochhausplänen kommen. Für die Türme in Treptow sei der Zug aber wohl abgefahren.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verteidigte die geplanten Hochhäuser in Treptow. Die Senatsbaudirektorin könne den Entwurf mittragen, sie sei in der Jury des Wettbewerbs gewesen. Die Türme würden in den Hochhaus-Entwicklungsplan als genehmigungsfähig einfließen. Der Plan solle Ende 2019 vorliegen.