Ermittler des polizeilichen Staatsschutzes haben nach Informationen der "Berliner Zeitung" in Marzahn die Wohnung eines 42-Jährigen durchsucht. Der amtsbekannte Neonazi organisiert regelmäßig die "Nein-zum Heim"-Aufmärsche, die dich gegen das neue Flüchtlingsheim zwischen Schönagelstraße und Blumberger Damm in Marzahn richten. Die Polizei ermittelt gegen ihn, weil er drei Mitglieder des Vereins "Hellersdorf hilft" bedroht haben soll. Soll soll er ihnen gegenüber mit seiner Hand eine Pistole nachgeahmt und damit auf diese gezielt haben.

Fünf scharfe Patronen

Einen Tag später wurden an der Schneeberger Straße vor der Begegnungsstätte Laloka, in der sich die Bedrohten für Flüchtlinge engagieren, fünf scharfe Patronen gefunden, die jemand dort hingelegt hatte.

Die Polizei bringt den 42-Jährigen damit in Verbindung und leitete gegen ihn außerdem ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ein. Am Donnerstagabend durchsuchten sie an der Grumsiner Straße die Wohnung des 42-Jährigen. Die Ermittler fanden jedoch weder Waffen noch Munition.

Demonstrationen und Tag der offenen Tür

Am heutigen Freitag findet von 16 bis 19 Uhr in dem für Flüchtlinge gebauten neuen Containerdorf ein Tag der offenen Tür statt. Anwohner und Interessierte haben dabei die Möglichkeit sich die Wohncontainer von Innen anzuschauen. Mitarbeiter des Betreibers stehen dabei für Fragen zur Verfügung.

In Marzahn wird seit Monaten gegen den Bau der Flüchtlingsunterkunft demonstriert. So auch an diesem Freitag: Die NPD hat eine Kundgebung von 16 bis 19 Uhr unter dem Motto "Asylflut stoppen" angemeldet. Auch andere Heimgegner wollen ab 17.30 Uhr mit einer weiteren angemeldeten Demo am Blumberger Damm demonstrieren.

Fünf Kundgebungen, die sich solidarisch mit den Flüchtlingen erklären, sind ebenfalls für die selbe Zeit angemeldet. Unter Themen wie "Solidarität mit Flüchtlingen" und "Bunt statt Braun" konzentrieren sich die Kundgebungen auf den Bereich um die Kreuzung Blumberger Damm/Landsberger Allee. Die Polizei wird mit einem Großaufgebot im Einsatz sein, um beide Seiten zu trennen und das Flüchtlingsheim zu schützen.

Folgen Sie den Autoren Andreas Kopietz und Aleksandar Zivanovic auf Twitter