Berlin - Die geplante Übernahme der Deutsche Wohnen durch die Vonovia führt uns wieder mal vor Augen, dass der normale Steuerzahler der Dumme ist. Wer sich eine Eigentumswohnung oder ein Eigenheim kaufen will, der muss in den meisten Bundesländern zwischen 5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises als Grunderwerbsteuer bezahlen. In Berlin, wo sechs Prozent fällig werden, müssen Käufer eines 500.000 Euro teuren Eigenheims also mal eben 30.000 Euro Grundsteuer an den Fiskus überweisen.

Die Vonovia, die durch die Übernahme der Deutsche Wohnen zum größten Immobilienunternehmen in Europas wird, mit dann mehr als 550.000 Wohnungen, muss für den auf 18 Milliarden Euro geschätzten Deal dagegen voraussichtlich keinen einzigen Cent Grunderwerbsteuer zahlen. Jedenfalls, wenn sie mit ihren Plänen erfolgreich ist. Möglich wird das durch völlig legale Steuerschlupflöcher, die von der schwarz-roten Bundesregierung auch in dieser Legislaturperiode erfolgreich verteidigt worden sind. Wenn bei einer Transaktion nämlich keine Immobilie, sondern nur bestimmte Geschäftsanteile eines Immobilienunternehmens den Besitzer wechseln, fällt keine Grunderwerbssteuer an. Das – wen wundert’s –  versucht die Vonovia.

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