Angesichts des Wohnungsmangels fordert die Bauindustrie in Ostdeutschland schnellere Verfahren bei den Baugenehmigungen. „Die Bearbeitung der Bauanträge bei den Behörden dauert einfach zu lange“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin, Robert Momberg in Leipzig. Zum einen gebe es zu viele und zu komplizierte Regulierungen, zum anderen zu wenig Personal in den Bauplanungsämtern der Kommunen.

Rahmenordnung vom Bund kaum angenommen

Hinderlich sei auch, dass die Bauordnungen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt seien, sagte Momberg. Zwar gebe es eine einheitliche Rahmenordnung vom Bund, doch die würde von den Ländern kaum angenommen. Eine Vereinheitlichung soweit wie möglich wäre von großem Vorteil.“

Verband fordert stärkere Förderung des Wohnungsbaus

In einem Positionspapier fordert der Verband von der Bundesregierung auch eine stärkere Förderung des Wohnungsbaus. Der Bedarf an neu zu schaffenden Wohnungen habe im Jahr 2016 bei 63. 400 gelegen, so Momberg. Es seien jedoch nur knapp 40.000 gebaut worden. Besonders in den Ballungsgebieten sei der Bedarf groß.

Mangel an Fachkärften

Immer größere Sorge bereite der Branche der Mangel an Fachkräften, so Momberg. „Wir arbeiten an der Kapazitätsgrenze und das zieht sich durch alle Gewerke.“ Der Markt sei leer gefegt. Grund dafür sei, dass zum einen immer mehr Fachkräfte in den Ruhestand gingen und zum anderen das Image der Baubranche nicht gut sei.

Außerdem sei es immer schwieriger, ausbildungsreife Schulabgänger zu finden. „Der Bau ist mittlerweile eine Hightechbranche“, sagte Momberg. Deshalb müsse an den Schulen unter anderem die Ausbildung in den naturwissenschaftlichen Fächern verbessert werden.

Zu dem Verband gehören in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin 300 Unternehmen. In diesen Ländern sind den Angaben zufolge im Bauhauptgewerbe 140.000 Menschen beschäftigt. (dpa)