Berlin - Wie eine typische Flaschensammlerin sieht die energische Frau mit den dunkelgrauen Haaren eigentlich nicht aus. Und doch gibt sie zu: „Ich gehe schon Pfandflaschen sammeln - aber es reicht trotzdem nicht.“ 60 Prozent ihrer Rente gingen für die Miete drauf, mit dem mageren Rest komme sie kaum über die Runden, erzählt die resolute Berlinerin. Eine günstigere Wohnung suche sie schon lange - „und nicht nur in Mitte“ - doch gebe es in der Hauptstadt einfach nichts mehr, was sie sich leisten könne.

Da kann auch Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) nur bedrückt schauen und Verständnis äußern. Eine schnelle Lösung hat er nicht für die Rentnerin, die in der Diskussionsrunde über das Mietenproblem in der Hauptstadt so mutig ihre Geschichte erzählt. Die Mieten in Berlin explodieren - in Altbauten laut Mietspiegel zuletzt um jährlich sechs Prozent. Vor allem bei neuen Verträgen schlagen die Vermieter kräftig drauf. Viele Berliner fürchten, dass sie sich das Wohnen in der Hauptstadt bald nicht mehr leisten können. „Das ist nicht Verdrängung, das ist Vertreibung“, sagt die resolute Rentnerin.

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