Prenzlauer Berg - Es hat geklappt. Zwei Monate nach dem Start des neuen Wohnungstauschportals der sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft ist jetzt der erste Tausch geglückt. Am vergangenen Wochenende bezogen die Mieter ihre jeweils neue Wohnung, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Donnerstag mitteilte.

Die Wohnungen befinden sich im Besitz der Degewo und der Gewobag und liegen beide im Prenzlauer Berg. Den Mietern der Degewo sei ihre Zwei-Zimmer-Wohnung mit 49,14 Quadratmetern zu klein geworden, der Mieterin der Gewobag sei ihre Drei-Zimmer-Wohnung mit 75,90 Quadratmetern zu groß gewesen, erklärte die Stadtentwicklungsbehörde. Im Tauschportal fanden die Mieter zusammen.

Keine Mieterhöhung

Das Besondere: Beide Tauschpartner zahlen genau die Miete, die vorher für die Wohnung gezahlt wurde. Die beiden Wohnungsbaugesellschaften nehmen also keinen Neuvermietungszuschlag. Innerhalb eines Tages hätten beide Mieter „die jeweils alte Wohnung ausgeräumt und die neue Wohnung bezogen“, berichtete Gewobag-Sprecherin Anne Grubert.

Wie berichtet, bieten die landeseigenen Wohnungsunternehmen seit Mitte September ihren Mietern die Möglichkeit, ihre Wohnung zu tauschen, ohne dass sich die Kaltmiete für die jeweilige Wohnung ändert. „Wir haben das Wohnungstauschportal mit der Idee ins Leben gerufen, dass Mieterinnen und Mietern der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften leichter eine Wohnung finden, die zu ihrer aktuellen Lebenssituation passt“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Donnerstag. „Ich freue mich sehr, dass dies nach so kurzer Zeit schon gelungen ist und wünsche den Mieterinnen viel Glück in ihrem neuen Zuhause.“ Lompscher sagte, sie würde sich freuen, wenn sich viele weitere Mieter der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften von dem erfolgreichen Tausch inspirieren lassen und das Angebot ebenfalls nutzen.

Bisher haben nach Angaben der Stadtentwicklungsverwaltung Mieter von 4767 Wohnungen Interesse an einem Tausch angemeldet. 1033 Wohnungen wurden in das Tauschportal eingestellt. Es dominieren mittelgroße Wohnungen, kleine und größere Wohnungen sind seltener im Angebot. Die konkrete Verteilung sieht so aus: 88 der angebotenen Wohnungen sind unter 40 Quadratmeter groß, 354 sind 40 bis unter 60 Quadratmeter groß, 467 Wohnungen haben eine Fläche von 60 bis unter 90 Quadratmetern, 82 Wohnungen haben 90 Quadratmeter und mehr. Für 160 der angebotenen Wohnungen wird ein Wohnberechtigungsschein benötigt.

2- bis 3-Zimmerwohnungen begehrt

„Sowohl der erste abgeschlossene Tauschfall als auch die zwischenzeitlich rund 5000 ,angeregten Tauschfälle‘ bei einem Schwerpunktangebot von 2- und 3-Zimmer-Wohnungen im Tauschportal legen derzeit den Schluss nahe, dass es offenbar genau diese 2- bis 3-Zimmerwohnungen sind, die für einen Tausch besonders interessant sind“, sagte der Sprecher des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), David Eberhart.

„Auch wenn es noch sehr früh für eine erste Auswertung ist, könnte es doch sein, dass insbesondere zu klein gewordene 2-Zimmer-Wohnungen gegen zu groß gewordene 3-Zimmer-Wohnungen getauscht werden.“ Das sei letztlich auch logisch: Eine Vergrößerung dürfte in erster Linie aufgrund eines Zusammenziehen eines Paares oder einer Schwangerschaft erfolgen, die Verkleinerung aufgrund des Auszuges eines Mitbewohners. Vor dem Hintergrund wäre zu vermuten, dass sehr große Vergrößerungen um mehr als ein zusätzliches Zimmer oder sehr kleine Verkleinerungen um mehr als ein Zimmer eher die Ausnahme sein dürften, so Eberhart.

Am Wohnungstausch können sich die Mieter der rund 300.000 Wohnungen von Degewo, Gewobag, Howoge, Stadt und Land, Gesobau sowie der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) beteiligen.

Mehr zum Tauschportal unter: www.inberlinwohnen.de