Wohnungstausch: Portal der Wohnungsbaugesellschaften startet im August

Ab August können Mieter der Wohnungsbaugesellschaften ihre Wohnungen über ein Internet-Portal tauschen. Das Besondere: Die Mieten bleiben bei der Neuvermietung gleich und werden nicht wie sonst erhöht.

Wenn die Kinder beispielsweise aus dem Haus sind, will man umziehen. Wer aber in Berlin lebt und  eine neue Wohnung sucht, braucht mittlerweile viel Geld. Denn, wenn Immobilienbesitzer eine Wohnung neu vermieten, schrauben sie oft die Preise hoch. 

Der Mietspiegel steigt ohnehin, die viel beschworene Mietpreisbremse bremst nicht richtig. Für eine neue, kleinere Wohnung zahlt man fast denselben Preis wie für die alte, die eventuell aber größer war.

Katrin Lompscher (Linke), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, schiebt diesem Preiswucher jetzt einen Riegel vor. Ab Anfang August können die Mieter der sechs  Wohnungsbaugesellschaften unter www.inberlinwohnen.de hin- und hertauschen. Der neue Mieter übernimmt dabei die Konditionen des Vorgängers – ohne Änderung.

„Die Pläne dafür gab es schon länger. Wir systematisieren jetzt den Wohnungstausch und rufen eine eigene Internetplattform ins Leben“, sagte Verwaltungssprecherin Katrin Dietl und bestätigte damit einen Bericht der „tageszeitung“. 

Bis zu 300.000 Wohnungen

Berliner, die bei Degewo, Gesobau, Gewobag, Howoge, Stadt und Land oder WBM gemietet haben, profitieren von dem Schritt. Bis zu 300.000 Wohnungen können theoretisch getauscht werden, rechnet Dietl vor. Die Idee ist eigentlich alt. Wohnungen wurden schon getauscht, es waren aber nur 200 bis 300 im Jahr.

Frühere Anläufe für die Tauschbörse im Netz waren gescheitert: Die Wohnungsbaugesellschaften wollten auf das Geld aus der Neuvermietung nicht verzichten. Das tun sie auch jetzt nur zähneknirschend. Euphorisch sind sie jedenfalls nicht.

Koordiniert werden soll das Internetportal vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Dieser weist auf ein paar Tücken hin. Der Datenschutz auf der Homepage ist noch nicht geregelt, die Entwicklung dauere, bestätigt auch Dietl.

Der Mieterverein freut sich, fragt aber, ob die Berliner wirklich so tauschbereit sind. Grünen-Politikerin Katrin Schmidberger zeigt sich da schon kritischer. Denn die Chancen für Neu-Berliner, eine Wohnung zu finden, sinke mit der Börse.