Berlin/Frankfurt (Oder) - Gestartet ist der Monat mit historischen Minustemperaturen, auch weiterhin ist der Mai deutlich zu kalt: Mehr als zwei Grad liegen die Temperaturen bundesweit unter dem Soll. Dabei kommen wir inzwischen etwas milder davon als der Süden und Westen, wo bislang teils Abweichungen von mehr als drei Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel gemessen wurden. In unserer Region liegen die Werte inzwischen 1,6 Grad unter dem Soll.

Auch wenn die Temperaturen in der zweiten Mai-Hälfte aufgeholt haben, erreichen uns jetzt die Hiobsbotschaften, welche Auswirkungen die Frosttemperaturen Anfang Mai in unserer Region hatten. Am verheerendsten war demnach die extreme Frostnacht vom 4. zum 5. Mai. Die Brandenburger Obstbauern melden teils katastrophale Schäden. Betroffen sind nach Angaben des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg vor allem Anbauregionen im Frankfurter Ortsteil Markendorf, in Müncheberg (Märkisch-Oderland) sowie im Süden der Mark.

Obstbauern beklagen Millionenschäden

Allein in Frankfurt (Oder) rechnen die Obstbauern mit Einnahmeverlusten in Höhe von zwei Millionen Euro. Durch Frostwerte bis zu minus sieben Grad waren die Fruchtansätze bei Äpfeln, Kirschen, Pflaumen, Birnen und anderen Obstbaumsorten erfroren. Sie starben ab und fielen von den Bäumen. „Uns Frankfurter trifft es besonders hart. Unsere Hauptanbaukultur sind Äpfel. Davon sind 90 Prozent der eigentlich zu erwartenden Ernte weg“, sagte Obstbauer Thomas Bröcker, der im Gartenbauverband Berlin-Brandenburg die Fachgruppe Obstbau leitet.

Inzwischen ist der Frost kein Thema mehr, allerdings lässt kühl-feuchte Luft aus dem Westen die Landwirte noch einmal zittern: Denn in der Nacht zu Freitag können die Werte laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bodennah noch einmal knapp an die Frostgrenze heranreichen. Deutlich milder bleibt es allerdings im Norden, wo es bei milden zehn Grad bleibt.

Von Frühsommer keine Spur

Zuvor erleben wir am Donnerstag in vielen Teilen unserer Region einen heiteren bis sonnigen Tag bei angenehmen Werten zwischen 18 und 21 Grad. Trotz vieler Wolken im Süden bleibt es überall trocken.

Die Temperaturen steigen am Freitag noch ein Quäntchen und erreichen trotz vieler Wolken bis zu 24 Grad. Dabei bleibt es überwiegend trocken. Sehr mild bleibt die Nacht zu Sonnabend mit teils zweistelligen Werten.

Durchwachsen bleiben die Aussichten für die kommenden Tage: Nur stellenweise werden die Höchstwerte noch die 20-Grad-Marke erreichen oder überschreiten. Wer am Wochenende die Sonne sehen will, sollte sich in Richtung Süden aufmachen. Ansonsten bleibt es überwiegend grau, allerdings am Samstag auch trocken.

Etwas Regen könnte am Sonntag fallen, spätestens in der Nacht zu Montag aus sich verdichtenden Wolken.

Die Aussichten für die kommende Woche geben Sonnenfreunden keinen Anlass zum Jubeln: Die 20-Grad-Marke werden wir wohl im Mai kaum noch erreichen, und auch die Nachtwerte könnten einstellig bleiben.

Hatten mehrere Wettermodelle zuletzt noch Hoffnungen auf einen Frühsommer-Durchbruch Anfang Juni gemacht, ist davon inzwischen auch nichts zu sehen. Aus heutiger Sicht ist auch zu Beginn des kommenden Monats an der 20-Grad-Marke das Ende der Fahnenstange.

Rückblick: 30 Grad am Tag, 20 Grad in der Nacht 

Was für ein Kontrast zum vorherigen Jahr: Damals erreichten wir in diesen Tagen die 30-Grad-Marke.  Und selbst die Nachtwerte sanken kaum noch unter die 20-Grad-Marke - also die Höchstwerte, die wir mit Mühe noch in den kommenden Tagen erreichen. JSt (mit dpa)