Potsdam - Mitte Juni sind die ersten Häftlinge in das Berliner Gefängnis Heidering eingezogen. Keine große Sache eigentlich, Berlin braucht halt mehr Haftplätze für verurteilte Straftäter. Ungewöhnlich ist, dass sich die neue Justizvollzugsanstalt in der Nähe des Ortes Großbeeren im Nachbarland Brandenburg befindet, das wiederum einen Überfluss an Gefängnissen hat und bald mindestens eines davon schließen muss. Beide Länder hatten sich über Jahre nicht einigen können, wie die Berliner Nachfrage nach Haftplätzen mit dem Brandenburger Überangebot in Einklang zu bringen ist. Heidering ist so zu einem Symbol geworden für die zunehmend schleppende Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg.

Es knirscht zwischen den Ländern, die vor 18 Jahren fast eines geworden wären. Seit sich die Regierungen öffentlich über Nachtflüge und Schallschutz am noch gar nicht fertigen Flughafen BER in Schönefeld gestritten haben, ist das für alle hörbar. Doch schon vorher gab es zunehmend Probleme und auf vielen Gebieten der Kooperation herrschte Stillstand. Zwar gründeten beide Seiten etliche gemeinsame Institutionen: Noch heute zeugen die Landesgerichte für Arbeit, Soziales und Finanzen, die Statistikbehörde, die Schlösserstiftung, die Rundfunkanstalt RBB und der Verkehrsverbund VBB von früheren Ambitionen. Doch die Strukturen, die zu einem späteren Fusion hinführen sollten, wurden weder mit Leben noch mit gemeinsamen Inhalten gefüllt.

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