Vier Skulpturen, gefertigt als Repliken von Figuren aus dem früheren Schloss: Liebe, Glaube, Hoffnung und Gebet.
Foto: BLZ/Markus Wächter

Berlin-Mitte - Direkt unter der Kuppel des Schlosses entsteht der wohl schönste Saal des Humboldt-Forums. Eine lichte weiße Halbsphäre wölbt sich als weiter Himmel über einem Objekt, das die Besucher das Staunen lehrt. Schon allein der Name „Höhle der 16 Schwertträger“ klingt nach Magie. Ein Teil dieser buddhistischen Kulthöhle, die im 5./6. Jahrhundert in den weichen Stein eines Berges in der Nähe der chinesischen Oase Kizil am nördlichen Zweig der Seidenstraße getrieben wurde, entsteht in Berlin neu: Sie wird die eigentlichen Hauptpersonen aufnehmen, die Schwertträger. 16 in edle Seidenmäntel gekleidete Herren zierten die Höhle als Wandmalereien, vor 1500 Jahren in Seccotechnik mit Mineral- und Pflanzenfarben auf Putz und Gips ausgeführt.

Auf Betreiben des Indologen Albert Grünwedel vom Berliner Museum für Völkerkunde zogen zwischen 1902 und 1914 vier Expeditionen in die Tempelregion nahe der Stadt Turfan. Die deutschen Ausgräber lösten die Malereien als Platten von den Höhlenwänden und ließen sie mit Lasttieren abtransportieren. Über Russland gelangten sie nach Berlin. Grünwedel hatte sich eine Genehmigung des chinesischen Gouverneurs zum Graben und Mitnehmen besorgt. Auch bedeutende Teile der sogenannten „Höhle der ringtragenden Taube“ aus derselben Region gelangten auf diese Weise nach Berlin. Auch sie werden im Humboldt-Forum zu sehen sein. Nirgendwo sonst in der Welt, so Toralf Gabsch, finde man in einem Museum solche Höhlen. Dass diese „großen Highlights für die Weltöffentlichkeit“ umfassend erforscht und restauriert werden konnten, sei den deutschen Steuerzahlern zu danken, betonte der Chefrestaurator des Museums für Asiatische Kunst.

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