Vor ein paar Wochen habe ich zum ersten Mal den Berliner Kultursenator Klaus Lederer getroffen. Ich dachte jedenfalls, es wäre das erste Mal. Es war im zweiten Stock des Gebäudes vom Neuen Deutschland am Franz-Mehring-Platz. Ein paar Berliner Autoren lasen hier Texte aus Büchern, die im Mai 1933 von den Nazis verbrannt wurden. Lederer stellte sich vor und sagte, er habe mich ja vor vielen Jahren schon mal bei der Berliner Zeitung getroffen, wo ich in einem Zimmer mit meinem Kollegen André Mielke saß.

„Zwischen Ihre Schreibtische hatten Sie eine DDR-Fahne gehängt“, sagte Lederer. Er lächelte. Ich konnte mich weder an ihn noch daran erinnern, jemals irgendwo eine DDR-Fahne aufgehängt zu haben, schon gar nicht in meinem Büro. Ich habe, so weit ich weiß, auch nie ein Zimmer mit meinem Kollegen André Mielke geteilt. Natürlich war das alles sehr lange her, mindestens 25 Jahre, und immerhin war Lederer inzwischen Berliner Kultursenator. Senator für Kultur und Europa, um genau zu sein. Viel mehr geht eigentlich nicht. „Muss ich verdrängt haben“, sagte ich.

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