Die Erleichterung im Club ist groß. „Wir sind alle glücklich, dass unser Projekt jetzt eine dauerhafte Perspektive hat“, sagte am Donnerstag Jan Lerch vom Vorstand des Yaam. Diese Perspektive von Berlins wohl bekanntestem Reggae-Club liegt am Spreeufer, einige hundert Meter weiter westlich vom derzeitigen Standort. Das Yaam, kurz für Young African Arts Market, zieht Anfang kommenden Jahres an die Schillingbrücke. Am Mittwoch hatte der Vermögensausschuss des Abgeordnetenhauses den Weg dafür frei gemacht. Die Abgeordneten stimmten zu, dass das rund 8 000 Quadratmeter große Grundstück an den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg übertragen wird. Im dortigen Rathaus wird ein langfristiger Mietvertrag ausgehandelt.

Der Umzug war bereits vor einem Jahr beschlossene Sache, doch erst jetzt gab es die Zustimmung aus allen Fraktionen. In buchstäblich letzter Minute: Denn das Yaam muss Anfang 2014 von seinem jetzigen Standort am Ostbahnhof weg. Der Grundstückseigentümer will dort Wohnungen bauen und hatte das Yaam zuletzt nur noch geduldet.

„Wir sehen in der Zustimmung auch einen Vertrauensbeweis für unsere Arbeit“, so Lerch. Seit 18 Jahren gibt es das Yaam, bereits sechsmal musste es umziehen. Der neue Standort am Spreeufer sei auch ein ermutigendes Signal für eine neue Liegenschaftspolitik, sagte Lerch: „Es wird deutlich, dass inzwischen auch am Spreeufer Grundstücke nicht nur an millionenschwere Investoren vergeben werden.“

Nun muss nur noch eine Lösung für den Club Magdalena gefunden werden, der derzeit noch an der Schillingbrücke residiert. Für den Techno-Club deutet sich eine Alternative am Osthafen an. Lerch: „Es wäre gut für Berlin, wenn die Politik es ernst meint mit der Clubkultur.“