Feiern in Zeiten von Corona? Auf „Yes, we’re open“ soll es möglich sein.
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BerlinFür Clubgänger, die das Feiern im Berliner Watergate vermissen, gibt es ab Freitag die Möglichkeit, über die neue Augmented-Reality-Plattform „Yes, we’re open“ Party zu machen. In einer Pressemitteilung heißt es, „nach langer und intensiver Arbeit öffnen wir die Türen des berühmt-berüchtigten Berliner Clubs Watergate wieder – virtuell! Die Clubnacht beginnt um 21h (Kreuzberg Time).“

Wie alle anderen deutschen Clubs ist die Berliner Institution an der Oberbaumbrücke seit März geschlossen. Mit der Initiative United We Stream hatten sich dann deutschlandweit DJs und Clubbetreiber zusammengetan, um im Netz aufzulegen und Spenden zu sammeln. Doch Clubbetreiber Uli Wombacher war das reine Streamen wohl irgendwann zu eintönig. Der Musikfachzeitschrift Groove sagte er, dass ihm das soziokulturelle Element des Clubbesuchs fehlte. Neben dem Musikhören ginge es auch um das Treffen von Freunden. „Ein Freund von mir hatte sich zu dem Zeitpunkt mit der Umsetzung von Streaming für Events beschäftigt. Der meinte dann, dass man das vielleicht auch für eine Clubveranstaltung umsetzen könnte.“

Die Augmented-Reality-Plattform „Yes, we’re open“ soll nun, wie im echten Watergate, die Möglichkeit bieten, auf mehrere Floors zu gehen. Hierfür holt man sich auf der Seite der Plattform ein Ticket, dessen Preis man selbst festlegt, und muss anschließend auswählen, ob man allein oder mit Freunden zu Besuch ist. „Wenn du alleine auf einen Floor gehst, wirst du zufällig mit fünf Leuten verbunden, die dir mit Video- und Sprachfunktion zugeschalten werden“, erklärte Wombacher der Zeitschrift Groove. Ist man mit fünf Freunden für den virtuellen Club angemeldet, werde man nicht zusammengewürfelt. Und sollten einem die Leute nicht gefallen, ließen sich diese wegklicken. „Ihr könnt chatten, miteinander reden, was immer ihr wollt. Das ist eigentlich die Funktion, die unser Ziel am ehesten verkörpert – das Miteinander, Leute kennenlernen, Nummern austauschen“, so Wombacher.

Laut einer Pressemitteilung wollten die Veranstalter nicht warten, bis sich die Corona-Krise legt, sondern mit ihrer Idee bereits für die Zukunft aufgestellt sein. Die Berliner Agentur Dreinull half ihnen dabei. „Es geht uns nicht darum, die Party 1:1 zu übersetzen, das wäre ein hoffnungsloses Unterfangen. Aber eine digitale Verlängerung schaffen und ein Angebot an die globale Club Community machen, das können wir“, heißt es seitens der Agentur. 

Ob sich damit die globale Club-Community dann auch wirklich erreichen lässt, wird sich im Laufe der Nacht zeigen. Spätestens, wenn der Letzte die Tanzfläche verlässt. 

„Yes, we’re open“ und Club Watergate, Freitag, den 10. Juli, ab 21 Uhr. Tickets, Infos und Stream unter: ywo.water-gate.de