Firas al-Shater legt los wie der Animateur in einem Ferienklub. Er redet schnell, laut und mit leicht nervender Fröhlichkeit. Aber um Urlauberbespaßung geht es nicht, dieses Überschäumen ist Lebenslust. Der Syrer kann nicht anders, das merkt man, wenn man neben ihm auf dem Sofa sitzt. Dem Sofa, das alle kennen, die ihn auf Youtube angeklickt haben. Und das sind seit letzter Woche mehr als eine Million Menschen. Al-Shater ist ein Star.

Al-Shater, vor fast 25 Jahren in Choms geboren, erzählt in dem Video, er lebe seit zweieinhalb Jahren in Berlin. Er sei einer dieser Flüchtlinge. Zu Hause habe er Filme gemacht – wenn er nicht gerade im Gefängnis saß, weil er Filme gemacht habe. Al-Shater war unter den Aktivisten, die 2011 die Proteste gegen Staatschef Assad initiierten. Neun Monate verbrachte er hinter Gittern. Spuren im Gesicht und Narben an seinen Unterarmen bezeugen, dass er gefoltert wurde. Die zeigt er in seinen Videos nicht vor.

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