Immer weniger Menschen in Berlin und Brandenburg haben Arbeit.
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BerlinIn der Wirtschaftskrise verlieren immer mehr Berliner ihre Arbeit. Im Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen aber etwas langsamer als in den Vormonaten. Sie legte um 5945 zu auf 215.305, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Das waren knapp 59.000 mehr als vor einem Jahr. 

Hauptgrund seien die Folgen der Corona-Pandemie. Hinzu komme der übliche Anstieg zur Sommer- und Ferienzeit, schreibt die Deutsche Presse-Agentur. Besonders in Dienstleistungen, Gastgewerbe, Verkehr und Lagerwirtschaft gingen Arbeitsplätze verloren.

„Wenngleich die Arbeitslosenzahlen nicht mehr so stark gestiegen sind wie im April und Mai, zeigt die Entwicklung, dass wir noch lange nicht durch sind“, teilte Bernd Becking, der Leiter der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, mit. „Es wäre jetzt wichtig, dass in den Unternehmen diese Zeit für den Re-Start gut genutzt wird, indem Weiterbildung und Qualifizierung organisiert werden. Das verschafft später Vorsprung.“ Für eine Erholung sei es zudem von Bedeutung, dass es keine zweite Welle der Seuche gebe. Dazu gehöre Vernunft bei jedem Einzelnen.

Die Arbeitlosenquote in Berlin liegt nun bei 10,8 Prozent. Das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als im Juni. Vor einem Jahr hatte die Quote noch bei 8 Prozent gelegen. Ohne die Kurzarbeit wären die Zahlen vermutlich noch schlechter. Im April waren 208.400 Berliner in Kurzarbeit, das war jeder siebte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. 26.500 Betriebe nutzten das Instrument.

Arbeitslosigkeit in Brandenburg steigt trotz Krise nur langsam

Trotz Corona-Krise und dem saisonüblichen Anstieg im Sommer ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli in Brandenburg nur leicht gestiegen. 87.304 Menschen hatten in dem Bundesland in diesem Monat keinen Job, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Das waren 1078 mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote hat sich im Vergleich zum Vormonat nicht verändert und beträgt weiterhin 6,5 Prozent.

Deutlicher fällt der Anstieg hingegen im Vergleich zum Vorjahresmonat aus. Im Juli 2019 waren noch 11.318 weniger Frauen und Männer ohne Job. Die Arbeitslosenquote war um 0,8 Prozentpunkte niedriger.

Die Kurzarbeit bleibt ein wichtiges Instrument, um die Folgen der Krise für den Arbeitsmarkt abzufedern. Nun stehen erstmals Zahlen für den April zur Verfügung, wie viele Menschen tatsächlich in Kurzarbeit waren. Zuvor ging es lediglich darum, für wie viele Beschäftigte die Unternehmen Kurzarbeit angezeigt hatten. Umgesetzt wurde sie im April in Brandenburg demnach für 106.600 Mitarbeiter in 16.200 Betrieben. „Das war jeder achte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte“, hieß es. Insgesamt hatten die Betriebe zwischen März und Juni in Brandenburg für bis zu 245.160 Personen Kurzarbeit angezeigt.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli gestiegen. Es waren 2,91 Millionen Menschen ohne Job, 57.000 mehr als im Juni und 635.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit.