Eduard Shuravel ist Zahnarzt in einer Praxis in der Biesdorfer Straße in Berlin-Marzahn und bringt etwas Erstaunliches fertig: Man geht gern zur Behandlung.

Zahnarzt Eduard Shuravel ist das Vertrauen der Patienten wichtig

Es gibt wohl kaum jemanden, der gern zum Zahnarzt geht. Es sei denn, man hat einen Arzt, der einem die Angst nimmt und der zudem noch wahre Wunder vollbringt. Ein solcher ist Eduard Shuravel, der in seiner eigenen Praxis in Marzahn arbeitet.

Der Empfangsraum ist in Rot-Weiß-Grau gehalten, formschön, praktisch und schnörkellos. Im Behandlungsraum nimmt sich Eduard Shuravel erst einmal viel Zeit, zu erklären, auf welche Weise er vorgehen will. „Wenn der Patient weiß, was geschehen wird, verliert er seine Angst und fasst Vertrauen“, sagt der Arzt. Manchmal dauerten die Erklärungen länger als die Behandlung, meint er und schmunzelt. Eduard Shuravel kann selbst defekte Zähne wieder aufbauen, von denen manchmal nur noch eine Seite steht. „Eine Brücke für die Lücke, lautet ein alter Zahnarztspruch,“ sagt er. „Doch der trifft längst nicht mehr zu.“ Es gebe inzwischen viele Möglichkeiten, einen Zahn zu retten oder einen Ersatz anzufertigen, der dem natürlichen Zahn ähnlich ist.

Eduard Shuravel kommt aus der Ukraine - 1994 ging er nach Berlin

Tatsächlich hat die Zahnmedizin in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Neue Instrumente, Materialien und Methoden wurden entwickelt. Vor allem aber wurde die Prophylaxe immer wichtiger. „Jeder kann entscheidend selbst mitbestimmen“, sagt Eduard Shuravel, „wie gut oder schlecht seine Zähne sind. Die Pflege ist entscheidend!“ Der Zahnschmelz habe viele Feinde: Zucker, Stress, Alkohol, schlechte Mundhygiene. Täglich putzen, gesund essen, die Angebote zur prophylaktischen Reinigung samt Zahnsteinentfernung nutzen – das alles trage wesentlich dazu bei, dass ein Gebiss bis ins hohe Alter in gutem Zustand bleibt.

Eduard Shuravel wurde 1970 in der Ukraine geboren, die damals noch zur Sowjetunion gehörte. Ihm sei schon sehr früh klar gewesen, sagt er, dass er Zahnarzt werden wollte. Nach erstem, noch nicht erfolgreichen Anlauf und einer Lehre in einem Maschinenbau-Kombinat bewarb er sich an der Uni in Kiew, bestand die Prüfung und studierte fünf Jahre Zahnmedizin. Als „Arzt für Stomatologie“ erwarb er erste Erfahrungen. Doch es waren schwere Jahre in der Ukraine, sagt der Arzt, weshalb seine Eltern mit den Kindern auswandern wollten, nach Deutschland. Im Sommer 1994 trafen die Shuravels in Berlin ein und wurden in einem Wohnheim in Ahrensfelde untergebracht.

Eduard Shuravel absolvierte einen Deutschkurs, bekam die Berufserlaubnis, machte eine Weiterbildung sowie ein Praktikum bei einem Arzt in Berlin. „Ich konnte noch nicht so gut Deutsch, ich musste als Zahnarzt noch einiges dazulernen“, erzählt er. „In Russland wie auch der Ukraine war Gold der bevorzugte Ersatz. Das war hier doch etwas anders.“ Man habe in dieser Praxis für ihn viel Geduld und Verständnis aufgebracht.

Am 2014 gründete der Zahnarzt seine eigene Praxis in Marzahn

Seine erste Anstellung verdankte Eduard Shuravel einem Zufall. Eine Bekannte seines Vaters war Zahnarzthelferin. Sie empfahl ihm, sich in einer Praxis zu bewerben, die viele russisch-sprechende Patienten hatte. 1997 fing er dort an. 2003 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft und 2004, nach einer Prüfung vor der Zahnärztekammer, die Berechtigung, sich als Arzt niederzulassen.

Zuerst arbeitete er in einer Gemeinschaftspraxis. Doch am 30. April 2014 schloss er den Kaufvertrag für die Räume in Marzahn ab: für seine eigene Praxis. Die erste Zeit sei nicht leicht gewesen, sagt er. Die neue Praxis musste wegen eines Kellerbrandes einige Wochen schließen, die Renovierung zog sich hin. Sein Patientenstamm blieb ihm trotzdem treu.