Zapf zieht um: Wohnungen mit Wasserblick

Wie viele Umzugskartons und Container Peter Zetsche packen muss, weiß er noch nicht. Aber es werden sehr viele sein, denn sein komplettes Unternehmen will umziehen. Für den Geschäftsführer der Firma Zapf Umzüge sollte dies allerdings kein Problem sein, er sitzt schließlich an der Quelle all dessen, was man für einen reibungslosen Umzug braucht. Wann dieser vonstatten geht, ist noch unklar. Aber, so Zetsche: „Wir haben in Neukölln ein Ersatzgrundstück gefunden und können unser Gelände in Kreuzberg für Neues frei machen.“

Auf dem 13.000 Quadratmeter großen Grundstück am Spreeufer sollen Wohnungen entstehen. Vor zwei Jahren wurden dafür schon einmal Ideen skizziert, die aber wieder verworfen wurden. Am Mittwochabend stellte Peter Zetsche im Stadtentwicklungsausschuss des Bezirksparlaments Friedrichshain-Kreuzberg die Idee des Berliner Architekten Ingmar Faber vor, wie das Gelände am Wasser bebaut werden kann. „Wir wollen Wohnraum schaffen und das Ufer so grün und öffentlich wie möglich gestalten“, sagt Zetsche.

Ein Grünstreifen ist geplant

Angelehnt an die Forderungen des Bürgerentscheides „Mediaspree versenken!“ ist nicht nur ein schmaler Uferwanderweg geplant, sondern ein Grünstreifen, der zwischen 15 und 35 Meter breit ist. Die sperrige Spundwand am Ufer soll weg, das öffentliche Grün in Form von Terrassen zum Wasser hin angelegt werden. Entlang der Köpenicker Straße sind siebengeschossige Gebäude geplant, die die Form eines Kammes haben. Der „Kammzinken“ an der Brommystraße soll punktuell elf Geschosse bekommen.

„Der Charme der Kamm-Form besteht darin, dass alle Wohnungen Wasserblick haben“, sagt Zetsche. Im Erdgeschoss und in den beiden Höfen könnte es Läden geben, deren Dach als begrünte Terrassen von den Bewohnern genutzt wird. Wie viele Wohnungen gebaut werden, ob mehr größere oder mehr kleinere entstehen, ob Angebote für Senioren dabei sind und zu welchen Mieten sie angeboten werden, ist noch völlig offen. Zetsche: „Es werden mit Sicherheit auch einige Mega-Luxus-Wohnungen dabei sein. So können wir auch preiswerte Wohnungen mit finanzieren.“ Auf die Höhe der Mieten will man im Bezirk genau achten. „Wir wollen dort kein Luxusquartier“, sagt Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne).

Auf dem Gelände an der Köpenicker Straße 13–14 stapeln sich seit 18 Jahren die gelben Container der Umzugsfirma Zapf. 300 Mitarbeiter arbeiten dort. Dass das Areal mit Wasserzugang attraktiver gestaltet werden soll, ist seit Langem Konsens zwischen Unternehmen und Bezirk. Konkrete Vorstellungen scheiterten bislang aber stets am Fehlen eines Alternativstandortes für Zapf. Nun ist ein solcher nahe der Autobahn gefunden, es kann also geplant werden. Auch für das östliche Nachbargrundstück ist Wohnungsbau vorgesehen. Der Eigentümer Tengelmann ist einverstanden. Noch gibt es dort aber einen Discounter, dessen Mietvertrag bis 2023 läuft.