Nach dem Scheitern der Neubaupläne am Tempelhofer Feld sollte Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) im Marstall am Schlossplatz ihren neuen Standort erhalten - gleich gegenüber dem wieder aufgebauten Stadtschloss. Das hat am Mittwoch der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum, Manfred Rettig vorgeschlagen.

In dem Schlossneubau, der 2019 eröffnet werden soll, werde die ZLB auch ein neues Zentrum für Sprachen aufbauen und betreiben, sagte Rettig. In unmittelbarer Nähe befindet sich in der Breite Straße zudem die zur ZLB gehörende Berliner Stadtbibliothek. Dazwischen liegt nur der Marstall, der bis zu den Zerstörungen im zweiten Weltkrieg schon einmal als Bibliothek genutzt wurde.

Unterirdische Verbindung

Zwischen Schlossneubau und Marstall existiere sogar eine unterirdische Verbindung, die wieder nutzbar gemacht werden könne, sagte Rettig. Sie stamme aus DDR-Zeiten, als sich auf dem Schlossplatz der Palast der Republik befand. Damit könnte zwischen dem Standort Breitestraße, Marstall und dem neuen Stadtschloss für die ZLB eine "komplett zusammenhängende Anlage" entstehen, erklärte der Stiftungschef. Derzeit wird der Marstall von der Hochschule für Musik Hanns Eisler genutzt, die ihren Hauptsitz in der Charlottenstraße gegenüber dem Konzerthaus hat. Für sie müsste bei einem Einzug der ZLB ein neuer Standort gefunden werden, sagte Rettig.

Bislang hatte der Berliner Senat geplant, am Tempelhofer Feld einen Neubau für die ZLB zu errichten, an dem alle Standorte zusammen gefasst werden können. Diese seit Jahren verfolgten Pläne sind mit dem erfolgreichen Volksentscheid gegen die Bebauung des Feldes hinfällig geworden.