Nun ist es offiziell: Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag kauft das Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ) am Kottbusser Tor. Das bestätigte Peter R. Ackermann, der Beirats-Vorsitzende der Kommanditgesellschaft, der der Gebäudekomplex gehört, der Berliner Zeitung am Freitag. Noch am Nachmittag werde der Verkauf notariell besiegelt.

Das Zittern hatte bis in den späten Donnerstagabend gedauert. Weder die Mieter des NKZ noch die  Gewobag wollten sich vorzeitig äußern. 56,5 Millionen Euro hatte die Berliner Wohnungsbaugesellschaft für den 70er-Jahre-Brückenbau am Kottbusser Tor geboten. Das sind ungefähr 1880 Euro pro Quadratmeter. Viel Geld für ein altes, unsaniertes Gebäude aus den 70er-Jahren. 

300 Sozialwohnungen

Eine Million mehr wollte eine private Immobiliengesellschaft zahlen. Bis Mitternacht hatte sie Zeit, nachzuweisen, dass sie die Millioneninvestition stemmen kann.  Schließlich bekam die Gewobag den Zuschlag für die von ihr gebotene Summe. Bei den Mietern dürfte die Erleichterung groß sein. Von vielen Balkonen der rund 300 Sozialwohnungen hängen Protestplakate gegen die Privatisierung des Kreuzberger Zentrums.

Der Verkauf eines begehrten Kreuzberger Areals zugunsten von Sozialwohnungen ist bereits der zweite in dieser Woche: Am Donnerstag war bekannt geworden, dass das Dragoner-Areal am Mehringdamm an das Land Berlin verkauft wird, das hier günstigen Wohnraum schaffen will.