Berlin - Der Zoo bekommt die Corona-Hilfe vom Land Berlin. Der Hauptausschuss im Abgeordnetenhaus stimmte am Mittwoch zu, dass der älteste deutsche Tiergarten 16,5 Millionen Euro erhält, damit dieser die durch die Pandemie entstandenen Einnahmeverluste abfedern kann. Doch die Abgeordneten der Koalition  stellen Forderungen. Sie wollen im Gegenzug einen Sitz im Aufsichtsrat der Zoo AG.

Das wurde in der Koalitionsrunde festgelegt, die vor der Ausschusssitzung tagte. Der Grund: Die Abgeordneten wollen zwar dem Zoo und dessen Tierpark-Tochter in der Krise helfen. Aber man könne die Millionen nicht so einfach zahlen, weil man gerade das Geld im Etat habe, hieß es.

Daher fassten die Abgeordneten von SPD, Grünen und Linken einen Begleitbeschluss für die Corona-Hilfe an den Zoo, der ebenfalls beschlossen wurde. Darin heißt es: Die Finanzverwaltung wird Gespräche mit dem Aufsichtsrat aufnehmen, „mit dem Ziel, dem Land Berlin künftig einen dauerhaften Sitz im Aufsichtsrat zu gewährleisten“. Begründet wurde dies damit, dass man so künftig besser über die Finanzsituation des Zoos informiert sei. Die CDU stimmte dagegen.

Denn mit diesem Schritt startet die Koalition im Hauptausschuss den Versuch, durch die Hintertür einen von zwei Aufsichtsratssitzen zurückholen, die das Land Berlin noch vor neun Jahren hatte. Aber auch nur, weil damals der Senat dem Zoo Zuwendungen für den laufenden Geschäftsbetrieb zahlte. Als diese 2012 eingestellt wurden, verlor damit das Land Berlin auch seine Aufsichtsratssitze.

Die zweite Forderung für die Corona-Hilfe an den Zoo: Die Abgeordneten erwarten, „dass Erhöhungen der Ermäßigungs- und Familientarife der Zoo AG in Abstimmung mit dem Senat erfolgen“, heißt es in dem Begleitbeschluss. Dem Vernehmen nach wolle der Zoo darauf eingehen.

Die Ticketpreise hatte Hauptausschuss-Mitglied Sebastian Schlüsselburg (Linke) ins Spiel gebracht. „Wir freuen uns, dass wir mit dieser Einmalzahlung Tierpark und Zoo bei der Bewältigung der aktuellen finanziellen Schwierigkeiten helfen können“, sagte er. „Gleichzeitig war uns wichtig, dass sich Senat und Zoo AG zukünftig vor etwaigen Eintrittspreiserhöhungen darüber abstimmen. Ein Besuch in Tierpark und Zoo muss auch künftig für Menschen mit geringem Einkommen bezahlbar sein.“

Wegen drastisch zurückgegangener Besucherzahlen in der Pandemie drohen dem Zoo für 2020 und 2021 Einnahmeverluste von 24 Millionen Euro. Anfang August bat die Finanzverwaltung daher den Hauptausschuss, einer einmaligen Überweisung von 16,5 Millionen Euro an den Zoo zuzustimmen.

Im Gegenzug will dieser einen alten Vertrag beenden, der dem Zoo aufgrund eines Flächenaustausches mit dem Land Berlin auf unbegrenzte Zeit jährliche Ausgleichszahlungen von etwa 400.000 Euro sichert. Zweimal wurde die Zustimmung im Hauptausschuss vertagt, da Abgeordnete sich gegen diesen Deal aussprachen.