Am Donnerstag jährt sich der islamistische Terroranschlag, bei dem zwölf Menschen getötet und rund 100 weitere zum Teil schwer verletzt wurden, zum dritten Mal.
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BerlinDrei Jahre nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz sieht der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses des Bundestages noch viel Aufklärungsbedarf. „Wir wissen zum Beispiel gar nicht, wo war Amri zwischen dem Verlassen Berlins (...) und seiner Ankunft in Nordrhein-Westfalen beziehungsweise außerhalb Deutschlands“, sagte Klaus-Dieter Gröhler (CDU) am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“.

Nur Zwischenstände

Auf die Frage, ob Anis Amri ein Einzeltäter war oder er ein Netzwerk hinter sich hatte, sagte Gröhler: „Ich glaube, da kann man sich jetzt noch keine abschließenden Urteile zu erlauben.“ Möglicherweise habe es Mitwisser und Unterstützer bei der Flucht gegeben. Man habe aber noch über ein Jahr Zeugenbefragungen vor sich, deshalb gebe es ohnehin nur Zwischenstände. Klar sei, dass die Kooperation zwischen den Behörden hätte besser sein können. „Es rächt sich natürlich so ein bisschen, dass Deutschland föderal in der Frage aufgebaut ist“, sagte der Bundestagsabgeordnete.

Oppositionspolitiker von der Linken, den Grünen und der FDP wollen am Mittwoch eine Zwischenbilanz zum Untersuchungsausschuss ziehen. Am Donnerstag jährt sich der islamistische Terroranschlag, bei dem zwölf Menschen getötet und rund 100 weitere zum Teil schwer verletzt wurden, zum dritten Mal. Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagenfahrer erschossen und ist mit dessen Fahrzeug über den Weihnachtsmarkt gerast. Nach seiner Flucht wurde er in Italien von der Polizei erschossen.

Opfer leiden nach wie vor unter psychischen Folgen

Noch mindestens ein Dutzend der Überlebenden erhält Pflegeleistungen. „Ein Verletzter muss rund um die Uhr gepflegt werden“, sagte der Opferschutzbeauftragte des Bundes, Edgar Franke. „Von etwa 20 Menschen ist mir persönlich bekannt, dass sie nach wie vor unter den psychischen Folgen dieser schrecklichen Tat leiden.“ Etwa ebenso viele könnten bislang ihrer Arbeit nicht wie vor dem Anschlag nachgehen.