Die Abfraxe gehen auf Abenteuerreise. 
Foto: Mosaik Verlag

BerlinDie Digedags am Mississippi“ war meine Lieblingsgeschichte. Im Taschenlampenlicht las ich von fiesen Sheriffs, Schlägereien in Saloons und blinden Passagieren auf Dampfern. Mir bangte vor angriffslustigen Krokodilen, und ich freute mich, dass sich dicke Freunde gegenseitig aus der größten Patsche halfen. Die Welt der Digedags war bunt, spannend und weit, weit weg. Jetzt habe ich den alten Comic-Band wieder aus dem Regal genommen, denn der Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag lädt an diesem Sonnabend zum Tag der offenen Tür in den Berliner Stadtteil Westend ein. 

Comicmagazin Mosaik bleibt beliebt und erfolgreich

Das Comicmagazin Mosaik erscheint seit Dezember 1955, zunächst mit den von Hannes Hegen (1925–2014) kreierten Digedags als Titelhelden und seit Januar 1976 mit den Abrafaxen. Abrax, Brabax und Califax, die Helden mehrerer Kindergenerationen, sind heute Auflagenkönige. 100.000 Hefte werden Monat für Monat gedruckt. Damit ist das Mosaik nach Verlagsangaben das erfolgreichste in Deutschland produzierte Comic-Magazin. Im Gegensatz zu anderen DDR-Kinderzeitschriften, wie Atze, Frösi und Trommel, überlebte das Mosaik auch die stürmische Wendezeit und erscheint heute im Verlag Steinchen für Steinchen. Die Abenteuer der Abrafaxe sind so beliebt, dass sie in über zwanzig Länder verkauft werden, sogar in China kennt man die Protagonisten. Auch die bekannten DDR-Mäuse Fix und Fax gehören weiter zum Verlagsprogramm.

Führungen, Vorträge, Signierstunden im Mosaik Verlag

Wer mehr von den Abrafaxen wissen will, für den gibt es am Sonnabend Führungen durch das Gebäude, Vorträge, Signierstunden und den Verkauf von Raritäten, wie alten Zeichnungen und Alben. Der Verlag erwartet, dass auch in diesem Jahr wieder Fans aus ganz Deutschland hinter die Comic-Kulissen schauen wollen. Denen zeigt Robert Löffler, der seit zehn Jahren für den Verlag arbeitet, einen neuen Film über die beliebten Figuren und ihre Macher. Zu erfahren ist dann auch mehr darüber, warum die knollnasigen Abrafaxe seit 2008 von der abenteuerlustigen Mädchenbande um Anna, Bella und Caramella verstärkt werden. Auch die alten und jungen Zeichner sind an diesem Sonnabend da.

Mosaik Verlag

Was: Tag der offenen Tür bei MOSAIK Wann: Sonnabend, 7. Dezember, 10 Uhr bis 16 Uhr
Wo: MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag, Lindenallee 5, 14050 Berlin
Anfahrt: Bahnhof Westend (via S41/S42/S46), DRK-Kliniken Westend (via M45), Theodor-Heuss-Platz (via U2)
Programm: Führungen, Signierstunden, Vorträge, Raritäten im Mosaik-Shop, Filmvorführung

Ab 13 Uhr ist Mosaik-Urgestein Heidi Jäger zu erleben. Die Zeichnerin hat bereits unter dem Grafiker und Digedags-„Vater“ Hannes Hegen gearbeitet. Als Koloristin brachte sie Farbe in die Abenteuer der Digedags und blieb auch nach dem Ausscheiden von Hannes Hegen bis 1990 im Mosaik-Kollektiv. Sie zeichnete die Figuren in den Abenteuern der Abrafaxe. Heidi Jäger erzählt aus ihrem langen Arbeitsleben und zeigt Schätze aus dem Mosaik-Archiv. An der Arbeitsweise hat sich nicht so viel verändert, berichtet Robert Löffler, aber heute wird nicht mehr per Hand koloriert. Die Seiten werden eingescannt und – das ist eines der wenigen Zugeständnisse an die neue Zeit – am Computer koloriert.

Im Atelier den Mosaik-Zeichnern zuschauen

Im großen Atelier im Obergeschoss können Besucher den Zeichnern über die Schulter schauen. Zudem führen Mitarbeiter Besuchergruppen durch das Verlagsgebäude.   Das aktuelle Abenteuer der Abrafaxe führt in die alte Hanse. Die historischen Hintergründe sind wie bei jedem Abenteuer genau recherchiert. Mit einem Zeitsprung werden die Abrafaxe in eine andere Zeit gebeamt. Dort spazieren sie nicht gemütlich durch die Gegend. Sie müssen eine Mission erfüllen. Diesmal geht es um den Schatz der Likedeeler. Ist bestimmt wieder bunt und spannend.