Der erste Maskomat vor einer Netto Filiale in Berlin Hellersdorf wird vom Boxer Axel Schulz eingeweiht.
Foto: Berliner Zeitung/Christian Schulz

Es gibt Scherze, bei denen sich nicht die Frage stellt, ob sie jemand vom Stapel lassen wird, sondern nur: Wann? Und vielleicht noch: Wer? Als der frühere Boxer Axel Schulz am Donnerstag in der Mittagsstunde vor einem Discounter-Markt in der Mark-Twain-Straße in Hellersdorf neben einem frisch installierten Automaten für die Fotografen und Kameraleute posierte, drängte sich diese Scherzfrage auf: Hatte Henry Maske eigentlich keine Zeit? Was am Inhalt lag, den Supermarktbesucher aus dem Automaten ziehen können: Masken. Jeder braucht eine beim Einkaufen, der Mensch ist jedoch vergesslich. Und bevor der Einkauf wegen der fehlenden Maske schon am Eingang beendet ist, gibt es jetzt in einer Berliner, einer Münchner und zwei Hamburger Filialen der Kette testweise diesen Service: Wer oben einen Euro einwirft, kann sich unten eine Maske rausnehmen. Bevor nun jemand fragt: Nein, mit Einkauswagen-Chips funktioniert das nicht.

Axel Schulz wartete nicht darauf, dass jemand den Henry-Maske-Gag macht, er nahm die Sache selbst in die Hand: „Ich glaube, Ihr habt den falschen Boxer eingeladen! Aber wenn ihr einen Mützenautomaten macht, komme ich gern wieder.“ Als er für die Fotografen einen Euro in den Münzschlitz des Maskomaten der Berliner Firma Flavura einwerfen sollte, schaute der Ex-Boxer fragend ihn die Runde, bis ihm ein Mitglied des reichlich vertretenen Managements der Discounterkette einen reichte. Kann ja mal passieren, dass man keinen Euro dabei hat ... 20 Minuten später zieht Schulz dann eine schicke Rammstein-Maske aus seiner Hosentasche und was purzelt da aufs Pflaster? Genau! Ein Privat-Euro, den Schulz als sparsamer Mensch nicht investieren wollte. Absolut nachvollziehbare Bemerkung: „Den kriege ich ja nicht wieder!“

Wenn er etwas reichlich besitzt, dann sind es Masken: „Ich habe sechs oder sieben im Auto liegen.“ Was auch nicht immer hilft: „Gestern kam ich aus dem Fitnessstudio und hatte Durst, wollte mir also schnell im Supermarkt ein Getränk kaufen. Da haben mich alle so komisch angekuckt.“ Der Grund dafür wurde ihm schnell klar: „Ich hatte vergessen, mir eine Maske aus dem Auto mitzunehmen.“ Er bittet um Verständnis: „Wenn man so oft, wie ich, vorn Kopp jekriegt hat, kann man schon mal was vergessen!“

Corona hat, das erzählte Schulz am Rande, sein Leben komplett aus dem Takt gebracht: „Ich bin ja jemand, der viel und gern unterwegs ist. Und meine Frau freut sich auch, wenn ich weg bin. Das hält die Liebe frisch!“ Plötzlich ging das nicht mehr. Der Mann brauchte Aufgaben, damit ihm die Decke nicht auf den Kopf fiel: „Ich habe bei uns auf dem Grundstück sechs Palmen gepflanzt.“ Voller Stolz zeigt er ein Foto dieser Palmen. Und gibt dann grinsend zu: „Die ziemlich tiefen Löcher dafür hat unser Hausmeister gebuddelt. Ich habe ihm nur Bier gebracht ...“