Berlin - Und niemand unternimmt etwas dagegen. Jetzt macht Bus-Chef Martin Koller seinem Ärger Luft. „So kann es nicht weitergehen“, klagt er. Das Schleichtempo treibt die Kosten der BVG in die Höhe, weil mehr Busse und Fahrer als nötig gebraucht werden – Fahrgäste leiden.

„Unsere Busspuren werden nicht ernst genommen“, berichtet der BVG-Manager. „Im vergangenen Jahr meldeten unsere Busspurbetreuer 6 610 falsch geparkte Autos, im Jahr davor waren es 5 832“ – ein Anstieg um 13 Prozent. Zudem stagniere das Busspurnetz seit Jahren bei etwas mehr als 100 Kilometern.

Im vergangenen Jahr sorgten rund 2 500 Baustellen auf Hauptverkehrsstraßen für Verspätungen, sagt Koller. Die Gesamtdauer summierte sich erneut auf mehr als 43 000 Tage.

An rund 750 Ampelanlagen sollen Busse Vorrang erhalten. „Doch 30 Vorrangschaltungen sind abgeschaltet“, so der Bus-Chef. Die Zahl mutet gering an. Aber meist seien stark genutzte Linien betroffen, sagt er. „Etwa die M 48 in Mitte: An vier Knotenpunkten im Zuge der Leipziger Straße sind die Bus-Schaltungen beidseitig seit 2006 außer Betrieb.“

Bei einem Verkehrsversuch wurden Schaltungen verändert, erklärt eine Sprecherin von Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). Eine neue Planung sei nötig. Bei der Busspurüberwachung sollte die Polizei stärker aktiv werden – was man dort aber kritisch sieht, weil Personal fehlt. Mit einem neuen Analyseprogramm soll festgestellt werden, wo sich Busse besonders oft verspäten, so der Senat. Dann könnte es neue Busspuren geben. „Seit Jahren kommt die Beschleunigung nicht voran“, bemängelt Jens Wieseke vom Fahrgastverband IGEB. „Der Senat lässt die BVG im Stich.“