Berlin - Ein folgenschwerer Irrtum hat offenbar das Zugunglück am Hauptbahnhof verursacht. Nach Informationen der Berliner Zeitung hatte ein Fahrdienstleiter erkannt, dass er für den Zug eine falsche Fahrstraße eingestellt hatte. Er versuchte dies zu korrigieren, doch es war zu spät. Der Zug hatte den Gleisabschnitt bereits erreicht, als unter ihm eine Weiche umgestellt wurde. Die Lok und die ersten beiden Wagen des Eurocitys aus Prag, der seine Fahrgäste im Hauptbahnhof abgesetzt hatte, entgleisten.

Normalerweise ist vorgesehen, dass der Zug leer über Gesundbrunnen nach Rummelsburg in die Abstellanlage rollt. Weil jedoch ein Abschnitt in Lichtenberg wegen Bauarbeiten gesperrt ist, sollte er am Montag die Abstellanlage Grunewald ansteuern. Die Abweichung von der Routine hat offensichtlich zu dem Unglück beigetragen.

"Wir konzentrieren uns auf die betrieblichen Handlungen des Stellwerkspersonals“, sagte Moritz Huckebrink, Sprecher des Eisenbahn-Bundesamts. Er bestätigte, dass die Weiche unter dem fahrenden Zug umgestellt wurde. Möglicherweise wurde die Fahrstraße  zu früh geändert, hieß es. Die Ermittler wollen nun die Daten des Stellwerksrechners auswerten.