Berlin - Geduldig zuzuhören hat Marianne Rätzsch, 70, bereits in der Schule gelernt. Nicht nur als Schülerin, sondern später auch als Lehrerin. Etwa wenn Kinder ihr erzählten, dass sie ohne Frühstück in die Schule mussten. „In Nordneukölln erfährt man einfach Lebensgeschichten, die ganz schön heftig sind“, sagt die seit fünf Jahren pensionierte Lehrerin.

Ihren Ruhestand in ihrem Kiez in Kreuzberg nun mit deutlich weniger Kommunikation als früher zu verbringen, kam für Rätzsch nicht infrage. Besonders nicht in diesen Zeiten. Rätzsch will auch in der Pandemie da sein, Präsenz zeigen, ein offenes Ohr haben. Für jeden, der das wolle. Aus diesem Grund sitzt sie seit Mitte Januar immer montags und donnerstags zwischen 15 und 17 Uhr vor einem blauen Bauwagen am U-Bahnhof Südstern.

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