Berlijn - „Im Februar wollen wir die Dinge auf den Weg bringen“, sagte der neue Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) während des Neujahrsempfangs des Verkehrspolitischen Informationsvereins.

Zum einen wolle der Senat seine Anforderungen an die zukünftigen S-Bahnen veröffentlichen, damit sich die Industrie darauf einstellen kann, teilte Gaebler mit. Ab 2017 werden rund 400 neue Wagen benötigt, weil alte Züge ausgemustert werden. Zum anderen soll bekannt gegeben werden, wie die geplante Ausschreibung des Verkehrs aussehen wird. Bis dahin sei noch über den Zeitplan zu entscheiden – und darüber, ob der künftige Zugbetreiber die S-Bahnen selbst finanzieren muss oder ob ihm jemand anders die neuen Züge zur Verfügung stellt.

Wofür sich das Land entscheidet, ist nach Einschätzung von Experten noch nicht absehbar. „Es herrscht Ratlosigkeit“, sagte der IGEB-Vorsitzende Christfried Tschepe. Der „Lenkungskreis S-Bahn“ mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte zuletzt im Januar getagt – erneut ohne Ergebnis.

2010 hatte der Senat mitgeteilt, dass er erwägt, für den Betrieb ab 2017 auf dem Ring und im Südosten Berlins einen neuen Vertrag zu vergeben. Dadurch könnte dort der jetzige Betreiber, die S-Bahn GmbH, den Auftrag verlieren. Der Privatbahnverband Mofair bekräftigte seine Forderung, dass Berlin den gesamten S-Bahn-Verkehr in mehreren Teilen ausschreiben müsse – nicht nur ein Teilnetz. Zwei Gutachten für den Senat kämen zu demselben Schluss. Staatssekretär Gaebler interpretiert sie jedoch anders.