Obwohl die Tür offen steht, kann man den Zettel nicht übersehen. Die vielen Ausrufezeichen und unterstrichenen Wörter schießen einem förmlich in die Augenwinkel. „Liebe Nachbarn!“, steht darauf, „Nachbarn“ ist unterstrichen. „Bitte keine!! (unterstrichen) Pakete und Päckchen für M. (Name unterstrichen) mehr annehmen!! Danke!“ Wer immer das geschrieben hat, die Botschaft ist wichtig. Doch warum soll keiner die Sendungen mehr annehmen? Sind es zu viele? Holt M. sie nicht ab? Oder will M. nicht, dass seine Pakete in fremden Wohnungen liegen? Ist etwas Verbotenes drin?

Spannend. Grübelnd trete ich durch die Tür in den Flur des Hauses. Auf den Briefkästen liegt eine Puppe. Rotes Kleid, weiße Tupfen. Ihre Frisur ist wild, wie toupiert, und ihre Füße sind ganz kurz und kugelig. Bestimmt hat eine fürsorgliche Person sie nach oben gelegt, damit das suchende Kind sie gleich sieht. Hoffentlich bald. So kleine Füße gehören nicht in ein zugiges Treppenhaus.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.