Berlin - In ihren Träumen wacht mitunter ein Männlein an ihrem Bett. Es ist liebevoll und raunt ihr zu: „Komm mit.“ Dann antwortet sie trotzig. „Lass mich. Ich bin noch nicht so weit.“ Franziska Hutschenreuther möchte noch nicht sterben. Sie weint oft über die Ungerechtigkeit des Lebens, den Tod und das Abschiednehmen. Über ihren Sohn Hugo, der gerade erste sechs Jahre alt ist und den sie nicht alleine lassen möchte. Und über ihren Mann Ronny, den sie liebt. Sie ist doch erst 42. Wir treffen Franziska Hutschenreuther daheim. Die Berlinerin wirkt benommen vom Schlaf, tastet sich langsam zu dem Tisch in der Mitte des Raumes. 

Ronny reicht ihr eine Decke, damit sie nicht friert. Sie fröstelt oft – selbst im Sommer trägt sie draußen Lammfell-Boots. Dann starren die Menschen die Frau im Rollstuhl oft an. „Aber das schert mich längst nicht mehr“, sagt sie. Franziska Hutschenreuther ist schwer krank. Am 8. Oktober dieses Jahres sagten ihr die Ärzte, dass ihr Körper nicht mehr lange mitmachen und sie jederzeit einfach einschlafen könnte. Dass sie austherapiert sei. Sie saß nur da und weinte.

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