Berlin - Während in Israel zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sind und auch in Großbritannien und den USA das Impfen auf Hochtouren läuft, stecken die Deutschen im Dauerlockdown. Damit die Kliniken nicht überlastet werden, müssen Ansteckungen reduziert werden, so viel ist klar. Aber sonst?

Zumindest ist auf die deutsche Bürokratie Verlass. Jedes Bundesland kreiert eigene Regeln. Auch in Berlin galt von Anfang an ein Wust aus Verordnungen und Ausnahmen, die kaum jemand verstand. Sogar Angeln am Fluss war verboten und das Sonnen im Park nur erlaubt, wenn man nicht auf einer Decke lag. Die Regeln sind teils noch immer so diffus, dass jeder Möchtegern-Wachtmeister sich berufen fühlt, Bürger zurechtzuweisen.

Jetzt gibt es neues Bizarres aus Berlin zu melden: Arbeitgeber müssen ihre Beschäftigten zweimal die Woche auf Corona testen. Wie ein Tischler mit vier Angestellten das hinbekommen soll, bleibt das Geheimnis der Gesundheitssenatorin und des Regierenden Bürgermeisters.

Berliner Unternehmer müssen auch die Hälfte ihrer Büroangestellten ins Homeoffice zwingen. Das tun die meisten ohnehin und haben dafür massiv in ihre IT-Systeme investiert. Das Ziel, so Mobilität und Berufsverkehr zu verringern, dürfte kaum erreicht werden, weil immer mehr Bürger ihre verfassungsmäßigen Freiheitsrechte zurückhaben wollen. Interessant wird es auch sein zu sehen, wie die überbordenden Auflagen noch kontrolliert werden sollen.

Im Gegensatz zu anderen Ländern hat der Bund den Impfstoffkauf vermasselt. Er und die Bundesländer schafften es lange nicht, Massentests zu organisieren. Dafür sind sie Meister im Regelerfinden. In Berlin soll jetzt die Wirtschaft noch mehr als ohnehin schon für die Versäumnisse büßen.

In Krisen zeigt sich die Leistungsfähigkeit eines Staates und einer Regierung. Wir kennen sie jetzt.