Am Freitagvormittag demonstrierten dann etwa 200 Unterstützer gegen die Räumung. Ohne Erfolg. Am Vormittag kam der Gerichtsvollzieher und ließ die Schlösser austauschen. Dann übergab er die Schlüssel an den Hausbesitzer.

Seit 2006 hatte der Verein Allmende Räume in dem Haus gemietet. Das Zentrum versteht sich als Treffpunkt für soziale, kulturelle und politische Aktivitäten, es setzt sich für eine alternative Migrationspolitik und gegen Gentrifizierung ein.

Ende 2013 lief der Mietvertrag aus. Dem Verein sei es nicht gelungen, den Hauseigentümer zu überreden, den Vertrag zu verlängern, heißt es in einer Mitteilung von Allmende e. V. Und weiter: „Es gibt keine verständlichen Gründe für die Nichtverlängerung des Mietvertrages mit Allmende, außer dass der Vermieter mehr Miete kassieren will.“ Es folgte ein Rechtsstreit, den der Hauseigentümer gewann. Ende 2014 erwirkte er vor dem Landgericht die Räumung. Diese wurde schließlich für Freitag angekündigt.

Der Verein rief seine Unterstützer auf, die Räumung zu verhindern. Die Polizei riegelte das Allmende-Zentrum deshalb schon am Donnerstagabend ab, um etwa eine Besetzung zu verhindern. Es kam zu Rangeleien mit der Polizei, drei Personen wurden festgenommen. Gegen Mitternacht löste sich die Protestversammlung dann friedlich auf.

Am Freitagmorgen demonstrierten die Unterstützer des Zentrums erneut. Es blieb friedlich. Nach der Räumung hieß es aus Kreisen des Vereins, dass dem Vermieter ein Angebot vorliege, das deutlich höher sei als die Summe, die bisher vom Verein bezahlt worden sei. Der Allmende e. V. könne sie sich nicht leisten. Man hoffe nun, dass der Bezirk andere Räume für den Verein findet.