Berlin - Die Staatsanwaltschaft Berlin hat am Montag die Obduktion des Leichnams von Rosemarie F. angeordnet. „Die Todesursache ist bisher ungeklärt“, sagt der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Die schwerkranke Rentnerin aus Reinickendorf war am vergangenen Donnerstag in einer Weddinger Notunterkunft für Obdachlose tot aufgefunden worden.

Zwei Tage zuvor war ihre Wohnung zwangsgeräumt worden. Etwa 150 Unterstützer vom „Bündnis Zwangsräumungen verhindern“, hatten gegen die Zwangsräumung protestiert, die Polizei schützte die Räumung mit 140 Beamten.

Der Tod der Rentnerin sorgte für Bestürzung, Trauer und Proteste. Am Freitagabend gab es eine Trauerkundgebung am früheren Wohnort der Rentnerin, etwa 300 Menschen nahmen daran teil. Am Sonntag demonstrierten etwa 1 000 Menschen in Kreuzberg. Nach Auseinandersetzungen mit der Polizei, beendeten die Veranstalter den Protestzug.

Politische Aktivisten vom Bündnis gegen Zwangsräumungen planen nun eine Bestattungsfeier für Rosemarie F. „Wir wollen, dass viele Menschen zu ihrer Beisetzung kommen. Ihr Tod ist nicht vergessen“, sagte David Schuster vom Bündnis. Bisher gibt es aber weder einen Ort noch ein Datum für die Bestattung. Ein Pfarrer, der Rosemarie F. kannte, hat seine Hilfe bei der Vorbereitung der Beerdigung angeboten.

Man wolle aber erst das Obduktionsergebnis abwarten, sagte David Schuster. Nach Aussagen des Bündnisses soll es ein ärztliches Attest gegeben haben, das Rosemarie F. bescheinigte, dass ihr die Wohnungsräumung aus medizinischer Sicht nicht zuzumuten sei.

Bis eine mögliche Todesursache feststeht, werden wohl aber noch einige Tage vergehen. „Frühestens in einer Woche“ werde es einen Termin zur Obduktion geben, heißt es. Denn oberste Priorität hat der Fall Rosemarie F. für die Staatsanwaltschaft nicht. Für eine Sofortobduktion sieht die Behörde keinen Anlass, Fremdverschulden schließt die Staatsanwaltschaft derzeit aus.

Nach der Zwangsräumung ging es Rosemarie F. gesundheitlich immer schlechter, sagte Zoltan Grasshoff, der sie in der Weddinger Notunterkunft Kälte Nothilfe betreute. Das Gehen fiel ihr schwerer, sie musste erbrechen, war stark geschwächt. Ins Krankenhaus wollte sie aber trotzdem nicht.