Berlin - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat von den Ostermärschen eine klare Botschaft an Russland gefordert. „Frieden kann und wird es nur geben, wenn Putin seinen Angriffskrieg stoppt“, sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Verweis auf den russischen Staatschef Wladimir Putin. „Es sollte also bei den Ostermärschen deutlich werden, dass sie sich gegen Putins Krieg richten.“ Habeck warnte davor, die Ostermärsche zu missbrauchen.

Habeck betonte: „Pazifismus ist im Moment ein ferner Traum.“ Kriegsverbrechen seien „offenkundig Teil“ der russischen Kriegsführung. „Wehrlose Zivilisten werden gezielt getötet, Kriegsgefangene hingerichtet, Familien ermordet, Krankenhäuser mit Raketen beschossen“, zählte Habeck auf. „Für mich gilt, dass Zuschauen die größere Schuld ist.“ Es sei „eindeutig, wer in diesem Krieg Angreifer ist und wer sich in schwerer Not verteidigt und wen wir unterstützen müssen – auch mit Waffen.“

Gerade in Berlin haben die Ostermärsche für den Frieden eine lange Tradition. Nach Anfängen in den 1960er-Jahren hatten sie zeitweise Hunderttausende Teilnehmer. Auch in diesem Jahr waren in zahlreichen Städten und Regionen Aktionen geplant, von Mahnwachen bis hin zu mehrtägigen Märschen.

Der erste Marsch in Berlin ist der traditionelle Ostermarsch der Friedenskoordination. Er beginnt um 12 Uhr am Oranienplatz (Kreuzberg) und die Forderung richtet sich laut der Veranstalter auf eine „neue Sicherheitsarchitektur von Lissabon bis Wladiwostok“. Das wiederum bezieht sich auf ein Zitat von Russlands Ex-Premier Dimitri Medwedew, der damit auch den Rest Europas mit Krieg bedroht.

Weil der erste Aufruf sich weigere von einem russischen Angriffskrieg zu sprechen, hat eine Allianz zu einem zweiten Marsch aufgerufen. Der alternative Ostermarsch „für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit“  beginnt ebenfalls um 12 Uhr, allerdings am Bebelplatz (Mitte). Den Veranstaltern zufolge, gehe die größte Gefahr für den Frieden von Autokraten aus. Dahinter steckt unter anderem die Organisation „Adopt a Revolution“.