Zwei-Richtungs-Radweg: Senat ist offen für die Idee aus Lichtenberg

Berlin-Lichtenberg - Im Streit um die geplante radfahrerfreundliche Umgestaltung der Siegfriedstraße in Lichtenberg hat die Senatsverkehrsverwaltung nun Gesprächsbereitschaft signalisiert. Bisher sah die Planung des Senats vor, auf beiden Seiten Radfahrstreifen anzulegen, die mit Pollern vor dem Kraftfahrzeugverkehr geschützt werden. Doch die Planer können sich grundsätzlich auch vorstellen, dass die beiden Richtungsfahrbahnen für Radfahrer auf einer Straßenseite zusammengefasst werden, damit weniger Parkplätze wegfallen.

Der Lichtenberger Ausschuss für öffentliche Ordnung, Verkehr und Bürgerdienste hatte am Dienstag einstimmig dafür votiert, einen solchen Zwei-Richtungs-Radweg im Gespräch mit dem Senat zu prüfen.

„Allgemein können wir sagen, dass ein einseitiger Zwei-Richtungs-Radweg oder -radfahrstreifen in ausreichender Breite eine mögliche Alternative zu beidseitig geführten geschützten Radstreifen wäre“, teilte Jan Thomsen, Sprecher der Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne), am Mittwoch dazu mit. „Diese Führung gibt es auch in bekannten Radfahrstädten wie Amsterdam und Kopenhagen.“

CDU lehnt Senatsplanung ab

Allerdings liegt die Betonung auf „grundsätzlich“. Denn im konkreten Fall der Siegfriedstraße seien diese Möglichkeiten aufgrund der Straßenbahnschienen „erheblich eingeschränkt“. „Es ist zu erwarten, dass ein Zwei-Richtungs-Radweg zulasten des Gehweges gehen müsste“, gab Thomsen zu bedenken.

„Eine genaue Einschätzung wäre erst nach der Vorlage einer konkreten Planung möglich.“ Die Senatsverwaltung gehe davon aus, dass das Thema bei der nächsten Besprechung mit dem Bezirk auf der Tagesordnung steht. „Es ist der Bezirk, der den Radweg baut. Wir planen unterstützend, unterbreiten Vorschläge und finanzieren Baumaßnahmen“, so Thomsen.

Modellvorhaben solle rasch umgesetzt werden

Die Beschlussvorlage, die im Ausschuss Zustimmung fand, bezieht sich auf den ersten Absatz eines Grünen-Antrags. Danach soll sich der Bezirk dafür einsetzen, das Modellvorhaben eines geschützten Radfahrstreifens in der Siegfriedstraße rasch umzusetzen. Darum werteten das Netzwerk Fahrradfreundliches Lichtenberg und der Verein Changing Cities das Votum als Erfolg: Der Ausschuss habe für den Bau von geschützten Radwegen gestimmt.

Die CDU, die den endgültigen Antrag mit der SPD und der Linken eingebracht hatte, sah das aber anders. Bezirksverordnete Heike Wessoly bezog sich auf einen anderen Teil der Vorlage, in dem von einem Zwei-Richtungs-Radweg die Rede ist. „Die durch die Senatsverwaltung geplante Variante lehnen wir grundsätzlich ab“, sagte Wessoly am Mittwoch. „Der beschlossene überparteiliche Kompromiss ist für uns die einzige Möglichkeit, sowohl die Sorgen der Anwohnerschaft als auch das Anliegen der Radfahrenden gleichermaßen zu berücksichtigen.“