Berlin - Der am Donnerstagmorgen begonnene zweitägige Streik der Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings führt in Berlin-Tegel wie angekündigt zum Ausfall von zwei Dritteln der geplanten Flüge des Unternehmens. Bereits am Mittwochnachmittag hatte Germanwings die Streichung von 48 der normalerweise 72 An - und Abflügen bekannt gegeben. Welche Flüge jeweils betroffen sind, ist auf der Internetseite von Germanwings abzulesen. Insgesamt müssten am Donnerstag 160 von geplant rund 430 Flügen deutschlandweit annulliert werden, sagte ein Sprecher von Germanwings.

Berlin, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart

Laut Informationen des Flughafens bleibt es am Donnerstag bei diesen geplanten Streichungen, die ersten Flüge seien ausgefallen. Am Freitag sollen dann dem Streik laut Unternehmen nur noch etwa gut 30 Flüge von und nach Tegel zum Opfer fallen. Der Ausstand trifft neben Berlin vor allem Köln, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart. Das Unternehmen hofft, einen Großteil der Passagiere umbuchen zu können. Auf jeden Fall sollen Reisende sich vor Flugantritt auch über das Internet informieren, ob ihr Flug auch stattfindet.

Die in der Vereinigung Cockpit organisierten etwa 700 Piloten der Germanwings streiten unter anderem über die Übergangsversorgung der Piloten vor dem Renteneintritt. Es gibt aber auch grundlegende Meinungsverschiedenheiten über den künftigen Kurs der Lufthansa. Bereits im vergangenen Jahr hatte es deshalb mehrere Arbeitsniederlegungen gegeben.

Nach Angaben von Germanwings sollen dennoch mehr als 60 Prozent aller Flüge stattfinden. „80 Prozent der Passagiere erreichen ihr Ziel“, sagte ein Sprecher des Unternehmens am frühen Donnerstagmorgen. Gestrichen wurden für Donnerstag rund 160 Verbindungen, am Freitag sollten etwa 180 Flüge ausfallen. In Frankfurt und München wird ein weitgehend normaler Betrieb erwartet, weil Germanwings diese Drehkreuze nur selten anfliegt.

70.000 betroffene Reisende

Rund 80 Prozent der mehr als 70.000 betroffenen Reisenden werden mit Hilfe der Bahn und Umbuchungen auf andere Fluggesellschaften ihre Ziele erreichen, hieß es weiter. Ein Sprecher riet Passagieren, im Internet zu prüfen, ob ihre Verbindung ausfällt. Betroffene könnten ihren Flug dann kostenlos stornieren oder umbuchen.

Die Vereinigung Cockpit hat seit dem vergangenen Jahr bei den Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings nun zu insgesamt elf Streiks aufgerufen, nur einmal sagte sie den Arbeitskampf kurzfristig ab. Das Unternehmen bezifferte den Schaden auf rund 200 Millionen Euro, rund 7400 Flüge fielen aus, 850.000 Passagiere waren betroffen. Die Fronten in dem Tarifkonflikt sind vollkommen verhärtet. (dpa)