Nein, ein Badegewässer ist die Spree immer noch nicht. Aber wer schon immer mal in dem Fluss schwimmen wollte, hat am 3. Juli Gelegenheit dazu - dann findet nämlich der 2. Berliner Flussbad Pokal statt. Teilnehmen kann jeder erfahrene Schwimmer über 16 Jahre, der sich bis zum Mittwoch, den 29. Juni, auf der Internetseite des Vereins Flussbad Berlin anmeldet. Spontane Nachmeldungen vor Ort seien je nach Anzahl der registrierten Schwimmer möglich, allerdings seien die Plätze begrenzt, heißt es vom Verein. Etwa 200 Menschen hatten sich am Dienstag bereits angemeldet, so Barbara Schindler, Pressesprecherin des Vereins.

Die Teilnehmer starten am Bodemuseum unterhalb der südlichen Monbijou-Brücke, schwimmen etwa 500 Meter entlang der Museumsinsel bis zur Wendeboje am Lustgarten und dann wieder zurück.

Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen

Zu beachten ist allerdings, dass das Schwimmen in der Spree nicht ganz ungefährlich ist. Der Veranstalter weist im Vorfeld ausdrücklich darauf hin, dass ein gesundheitliches Risiko  - zum Beispiel durch vorhandene Krankheitserreger in der Spree - nicht ausgeschlossen werden könne. Schwimmer sollten zudem jeglichen Kontakt mit der Gewässersohle und den Kanalwänden unbedingt vermeiden.

Das Gewässer im Schwimmabschnitt werde an zwei verschiedenen Tagen kurz vor der Veranstaltung mikrobiologisch durch ein Fachlabor untersucht. Außerdem würden Teile der Schwimmstrecke durch Taucher auf eventuelle Hindernisse und Verletzungsrisiken abgesucht. Bei starkem Regen kurz vor dem Wettkampf könne zudem die Wasserqualität der Schwimmstrecke durch Einleitungen von Mischwasser aus dem Kanalisationssystem erheblich beeinträchtigt werden - in diesem Fall müsse der Schwimmwettbewerb möglicherweise kurzfristig abgesagt werden.

Die Initiative Flussbad Berlin engagiert sich bereits seit einiger Zeit für die Verwirklichung einer Badestelle in der Spree. Die Pläne sehen vor, eine 840 Meter lange Badeanstalt einzurichten. Im Bereich des Lustgartens und am Schlossplatz sind als Zugang zur Spree Treppenanlagen vorgesehen. Dies ist technisch möglich.

Damit die Gäste beim Baden aber nicht krank werden, muss das Spreewasser zuvor gefiltert werden. Die Initiative will noch in diesem Sommer einen Testfilter in Betrieb nehmen. Dabei handelt es sich um einen alten Lastkahn, in den ein natürliches Filtersystem eingebaut ist, wie Projektmanager Kai Dolata erläutert. Einige Hindernisse sind dabei allerdings noch zu überwinden: Unter anderem müsse noch der geplante Standort des Testfilter-Kahns - der Kanalabschnitt zwischen Leipziger Straße und Außenministerium - genehmigt werden, so Dolata. Zudem wird noch eine Genehmigung gebraucht, das gefilterte Wasser auch wieder in die Spree zurückpumpen zu dürfen.

Bis Ende 2018 hat die Initiative Zeit, die Ergebnisse des schwimmenden Testfilters auszuwerten - dann endet die Förderperiode. "Die Zeit ist knapp", meint Kai Dolata, "aber wir sind zuversichtlich."

Spätestens 2025 will der Verein Flussbad Berlin die Badestelle eröffnen. Dann wäre es 100 Jahre her, dass die Berliner in der Spree baden konnten.

Flussbaden in anderen Städten schon längst Realität

In Städten wie Zürich ist das Flussbaden schon lange Realität und gehört zum Stadtleben dazu: In der Mittagspause schnell in die kühle Limmat springen - in Zürich kein Problem. Hier tummeln sich auch nach Feierabend hunderte Bewohner in den Flussbädern der Schweizer Stadt. Allein elf sogenannte Badis gibt es dort - Badestellen entlang der Limmat und am Ufer des Zürichsees.

Die Spree plagen vor allem ungefilterte Abwässer. Etwa 30 Mal jährlich, wenn es besonders stark regnet, fließen sie ungeklärt in die Gewässer, weil die Kanalisation die Massen nicht auffangen kann. Mit einem groß angelegten Programm wollen die Berliner Wasserbetriebe bis zum Jahr 2020 etwa 300.000 Kubikmeter unterirdischen Stauraum für verschmutztes Wasser schaffen. Abwasser aus der Berliner Kanalisation soll dann seltener in die Spree und Kanäle fließen. (BLZ)