Berlin - Geschmacklose T-Shirts und Handyhüllen mit Zyklon B-Schriftzügen, Taschen und Mini-Röcke mit aufgedruckten Auschwitzfotos: Die Online-Plattform Redbubble sorgt in den letzten Tagen und Wochen immer wieder für verstörende Schlagzeilen. Die weltweit agierende Firma, die auch einen Sitz in Berlin-Mitte hat, hat nun auf die jüngste Berichterstattung der Berliner Zeitung reagiert.

Sandra Yonter von Redbubble Europe teilte mit, dass "die im Artikel angesprochenen Designs geprüft und sofort entfernt" worden seien. Zudem verwies Yonter auf eine Stellungnahme von Unternehmenschef Barry Newstead. Der CEO von Redbubble teilte darin mit: "Der Holocaust ist ein historisches Verbrechen und eine Tragödie, die mir persönlich nah ist. Meine Urgroßeltern flohen vor den verheerenden Ereignissen aus Osteuropa nach Südafrika. Während meiner Kindheit erfuhr ich in meinem Zuhause und meiner Umgebung vom Holocaust." Das habe ihn "stark geprägt", so Newstead.

Firmen-Chef will Richtlinien aktualisieren

Bei Besuchen von Konzentrationslagern habe er "den Schmerz dieser Orte und der immensen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die dort verübt worden sind, spüren können". Daher sei auch er  "wie alle anderen entsetzt, dass diese Bilder auf Produkten auf unserer Seite zum Verkauf standen". 

Unklar ist allerdings, wie das Unternehmen künftig verhindern will, dass Produkte wie Zyklon B-Shirts oder Auschwitz-Röcke auf der Verkaufsplattform angeboten werden. Man sei dabei, die "Richtlinien zu aktualisieren, damit sie im Bezug auf Bilder, die den Holocaust und andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit betreffen, noch weitreichender sind". 

Ob auch technische Maßnahmen geplant sind, um das Hochladen solcher Bilder sowie das Anbieten vergleichbarer geschmackloser Produkte bereits im Vorfeld zu verhindern, ist bislang aber noch nicht klar.