Halten Sie sich fest: US-Präsident Barack Obama nimmt sich vier Stunden Zeit für die Kanzlerin. Die beiden treten nicht nur für kurze Statements vor die Kamera, sondern geben eine Pressekonferenz, beantworten also zwei, drei Fragen und die Journalisten dürfen dabeisitzen. „Eine regelrechte Pressekonferenz“, schwärmt man in der Regierung. Und weist darauf hin, dass all das passiert, obwohl Obama gerade eine einwöchige Asienreise hinter sich haben wird, wenn Angela Merkel am Freitag bei ihm in Washington auf der Schwelle steht.

Sensationell ist daran vor allem eines: wie sehr sich die Bundesregierung über die Rahmenbedingungen freut. Als wäre man bei Hofe. Gerade noch hat man sich furchtbar aufgeregt darüber, dass die USA Deutschland massiv ausspäht. Die Regierung wartet seit Monaten darauf, überhaupt mal irgendeine Antwort zu bekommen auf gestellte Fragen zur NSA-Affäre.

Das No-Spy-Abkommen, das die USA zunächst in Aussicht gestellt haben, wird es nicht geben. Unbefriedigend sei das, heißt es in der Bundesregierung. Der Rest ist Schulterzucken. Es gibt ja doch vier Stunden im Weißen Haus. Eine regelrechte Pressekonferenz. Eine Vorzugsbehandlung. Die USA sind ein schwieriger, aber eben auch ein wichtiger Partner. Das Handelsvolumen – bedeutend. Da will man mal nicht so sein. Wozu sollten die USA Fragen beantworten, wenn sie so einfach drum herum kommen?